Sven Mislintat vor Comeback beim VfL Wolfsburg

Sven Mislintat vor Comeback beim VfL Wolfsburg

Der ehemalige Talentspäher des BVB, Sven Mislintat, steht vor einem Comeback in der Bundesliga. Laut einem Bericht der Wolfsburger Allgemeinen beschäftigt sich der VfL Wolfsburg intensiv mit der Verpflichtung des ehemaligen BVB-Chefs. Der 52-Jährige könnte die Nachfolge von Geschäftsführer Sport Peter Christiansen antreten, der nach den jüngsten enttäuschenden Leistungen stark in der Kritik steht.

Seit Februar ist Mislintat vereinslos. Sein turbulenter Abgang bei Borussia Dortmund hatte für viel Aufsehen gesorgt. Die Rückkehr zu seinem Heimatverein im Mai 2024 sollte ursprünglich eine Erfolgsgeschichte werden. Mislintat, der zwischen 2009 und 2016 als Chefscout unter Jürgen Klopp tätig war und mit Entdeckungen wie Ousmane Dembélé, Pierre-Emerick Aubameyang und Shinji Kagawa als „Diamantenauge“ bekannt wurde, übernahm die Position des Technischen Direktors.

Seine Aufgabe bestand darin, Sebastian Kehl bei der Kaderplanung zu unterstützen. Doch anstelle der erhofften Zusammenarbeit entwickelte sich schnell ein offener Machtkampf zwischen Mislintat und Sportdirektor Kehl. Bereits früh kam es zu Spannungen, da Mislintat angeblich seine Kompetenzen überschritt, indem er eigenmächtig Verhandlungen mit Spielern führte.

Dieses Verhalten sowie die mangelnde Kooperation zwischen den beiden Funktionären und weitere Spannungen mit Vereinsverantwortlichen führten schließlich zur vorzeitigen Freistellung von Mislintat im Februar 2025. Sein bis 2028 datierter Vertrag beim BVB wurde im August einvernehmlich gegen eine Abfindung aufgelöst.

Trotz dieser Schwierigkeiten war seine Zeit beim BVB auch von Erfolgen geprägt. Er war maßgeblich an den Sommertransfers von Waldemar Anton, Pascal Groß und Serhou Guirassy beteiligt – allesamt wertvolle Verstärkungen für den Verein. Auch die Winterverpflichtungen von Daniel Svensson und Diant Ramaj gingen auf sein Konto.

Diese Qualitäten könnte Mislintat nun beim VfL Wolfsburg einbringen. Seine nachgewiesene Expertise im Scouting sowie seine internationale Erfahrung bei Arsenal, Stuttgart und Ajax könnten den Wölfen helfen, ihre sportlichen Ambitionen nach dem misslungenen Saisonstart und dem Aus im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel zu verwirklichen.

Obwohl die Situation noch ungewiss ist, bleibt Geschäftsführer Christiansen derzeit im Amt. Neben Mislintat gilt auch Jörg Schmadtke als möglicher Kandidat für Christiansens Nachfolge. Wie sich der VfL letztendlich entscheiden wird und wem sie in Zukunft ihr Vertrauen schenken, wird sich in naher Zukunft zeigen. Entscheidenden Einfluss könnte dabei das Auftreten der Wolfsburger am Sonntag gegen Hoffenheim haben.

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