Sven Mislintat vor Rückkehr zum VfL Wolfsburg
Der ehemalige Technische Direktor von Borussia Dortmund, Sven Mislintat, steht vor einer möglichen Rückkehr in die Bundesliga, da der VfL Wolfsburg Berichten zufolge intensiv über seine Verpflichtung nachdenkt. Mislintat könnte die Nachfolge von Geschäftsführer Sport Peter Christiansen antreten, der nach enttäuschenden Leistungen des Teams in der vergangenen Saison stark in der Kritik steht.
Seit Februar ist Mislintat ohne Verein. Sein Abgang bei Borussia Dortmund war von Turbulenzen geprägt. Die Rückkehr zu seinem Heimatverein im Mai 2024 sollte eine Erfolgsgeschichte werden. Der gebürtige Dortmunder hatte zwischen 2009 und 2016 als Chefscout unter Jürgen Klopp Maßstäbe gesetzt, indem er Talente wie Ousmane Dembélé, Pierre-Emerick Aubameyang und Shinji Kagawa entdeckte. Daraufhin übernahm er die Position des Technischen Direktors.
In dieser Rolle war es seine Aufgabe, Sebastian Kehl bei der Kaderplanung zu unterstützen. Doch anstelle der erhofften Zusammenarbeit entwickelte sich schnell ein offener Machtkampf zwischen Mislintat und Sportdirektor Kehl. Bereits frühzeitig gab es Spannungen, da Mislintat angeblich seine Kompetenzen übertrat, indem er eigenständig Verhandlungen mit Spielern führte.
Diese Konflikte, gepaart mit einem mangelnden Zusammenspiel zwischen den beiden Funktionären und weiteren Spannungen mit Vereinsverantwortlichen, führten schließlich zu Mislintats vorzeitiger Freistellung im Februar 2025. Sein bis 2028 laufender Vertrag wurde im August einvernehmlich gegen eine Abfindung aufgelöst.
Trotz dieser Schwierigkeiten war seine Zeit bei Dortmund auch von Erfolgen geprägt. Mislintat war maßgeblich an den Sommertransfers von Waldemar Anton, Pascal Groß und Serhou Guirassy beteiligt, die sich als wertvolle Verstärkungen für den Verein erwiesen. Auch die Winterverpflichtungen von Daniel Svensson und Diant Ramaj gingen auf sein Konto.
Diese Qualitäten könnte Mislintat nun beim VfL Wolfsburg einbringen. Seine nachgewiesene Expertise im Scouting und internationale Erfahrung bei Arsenal, Stuttgart und Ajax könnten den Wölfen helfen, ihre sportlichen Ambitionen nach einem misslungenen Saisonstart und dem Aus im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel zu verwirklichen.
Allerdings ist die Situation noch ungewiss. Geschäftsführer Christiansen ist weiterhin im Amt, und auch Jörg Schmadtke gilt als möglicher Kandidat für seine Nachfolge. Wie sich der VfL letztendlich entscheidet und wem sie in Zukunft das Vertrauen schenken, wird sich in naher Zukunft zeigen. Das Auftreten der Wolfsburger am Sonntag gegen Hoffenheim könnte dabei entscheidend sein.