Technisches Fiasko bei der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund
Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund kam es zu einem technischen Fiasko, das dazu führte, dass die Abstimmung über ein neues Vereinswappen vertagt werden musste.
Die Versammlung setzte in diesem Jahr Maßstäbe, jedoch nicht nur im positiven Sinne. Neben der überraschend knappen Wahl von Hans-Joachim Watzke zum neuen Präsidenten des BVB sorgte ein weiterer Tagesordnungspunkt für Diskussionen. Letztlich wurde die mögliche Änderung des Vereinswappens jedoch nicht behandelt.
Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtete, sollte der Antrag zur Wappenänderung gegen 00:50 Uhr aufgerufen werden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Versammlung jedoch bereits in einer technischen Krise. Bei der erstmals durchgeführten hybriden Abstimmung traten immer wieder Probleme auf; als der Antragsteller Sam-Joel Renken zugeschaltet werden sollte, fiel der Ton aus, was eine Vorstellung seines Antrags unmöglich machte.
Renken, der laut Ruhr Nachrichten das Logo aus persönlichen ästhetischen Gründen ändern möchte, fordert die Rückkehr zu einer älteren Version des Wappens. Diese wurde in den 1940er- und 1960er-Jahren verwendet und zeichnet sich durch einen dunkleren Gelbton, dünnere Buchstaben sowie einen breiteren schwarzen Außenring aus. Eine ähnliche Variante war auch zwischen 1974 und 1993 im Einsatz und findet sich derzeit auf dem Cup-Trikot, das der BVB in DFB-Pokal und Champions League nutzt. Renken hält diese Ausführung für „wesentlich edler“ als das seit 1993 verwendete, minimalistische Emblem.
Die Abstimmung über den Wappen-Antrag rückte in den frühen Morgenstunden in weite Ferne. Nach mehr als 13 Stunden voller Debatten, technischer Unterbrechungen und einer emotional aufgeladenen Atmosphäre waren viele Anwesenden schlichtweg erschöpft und nicht in der Lage, eine so grundlegende Entscheidung zu treffen. Watzke beendete schließlich kurz nach Beginn der 14. Stunde die wohl längste Mitgliederversammlung in der Vereinsgeschichte, ohne eine Klärung des Wappen-Antrags.
Ob die Mitglieder von Borussia Dortmund überhaupt eine Änderung des vertrauten, leuchtend gelben Wappens wünschen, bleibt unklar. Eines ist jedoch sicher: Die endgültige Entscheidung muss in einer späteren Versammlung getroffen werden. Bis dahin bleibt Borussia Dortmund weiterhin mit dem bekannten Vereinslogo unterwegs, und die Diskussion über Tradition, Ästhetik und Identität wird fortgesetzt. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit bvbwld.de/)