Thomas Müller fordert grundlegende Veränderungen nach frühem WM-Aus der DFB-Elf
Der Schock sitzt tief, auch wenn Thomas Müller nicht überrascht ist vom frühen WM-Aus der DFB-Elf. Der TV-Experte und Ex-Nationalspieler stellt vier zentrale Fragen, die nun geklärt werden müssen.
Boston – Dass es für das DFB-Team bei der WM schwierig werden würde, war vielen Fans bereits nach den teils enttäuschenden Leistungen in der Gruppenphase klar. Der frühe Turnieraus gegen Underdog Paraguay traf die meisten jedoch unerwartet. Müller hingegen ist der Meinung, dass das Ausscheiden bereits vor dem Turnier absehbar war.
„Diese Mannschaft hat zwar Spieler, die in einzelnen Aktionen begeistern können, kommt aber als Team regelmäßig ins Wanken, selbst gegen vermeintlich schwächere Gegner“, analysiert Müller. Dabei möchte er die Leistungen von Ecuador oder Paraguay nicht schmälern, doch beide Teams verfügen nicht über die Qualität von Nationen wie Frankreich, Spanien oder Argentinien.
Müller identifiziert mehrere Baustellen, die nun angegangen werden müssen, und formuliert dazu entscheidende Leitfragen: „Ist allen Spielern das ehrliche Bewusstsein vorhanden, dass uns die Weltspitze enteilt ist?“ Es ist bereits die dritte WM in Folge, bei der die DFB-Elf frühzeitig ausscheidet, und auch bei den letzten beiden Europameisterschaften war spätestens im Viertelfinale Schluss.
Er fährt fort: „Was können wir von anderen Nationen in Bezug auf Ausbildung und Spielweise lernen? Mit welchem Spielstil wollen wir als deutsche Nationalmannschaft erfolgreich sein, und welche Spielertypen müssen dafür ausgebildet werden? Wie können wir im Hinblick auf die EM 2028 kurzfristig wieder zu einer schwer zu bespielenden ‚Turniermannschaft‘ werden?“
„Wir benötigen Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und den Mut, die erforderlichen Veränderungen einzuleiten, um in der Zukunft wieder bis zum Schluss auf der großen Fußballbühne präsent zu sein“, betont der 36-Jährige. Bereits feststehende Veränderungen umfassen den Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann sowie den Abgang von Andreas Rettig beim DFB. Alle warten nun auf das finale Go für die Ära Klopp in der Nationalmannschaft.