Timo Horn: Ein Comeback beim VfL Bochum
Nach einer langen Durststrecke hat sich der Torhüter Timo Horn beim VfL Bochum zurück ins Rampenlicht gespielt. Er nutzt seine Chance, sammelt wertvolle Spielpraxis und rückt sportlich wieder in den Fokus.
Der gebürtige Kölner erlebt gerade eine zweite Frühling seiner Karriere. Zweieinhalb Jahre nach seinem Abschied vom 1. FC Köln und mehr als zwei Jahren ohne nennenswerte Spielpraxis blüht Horn beim VfL Bochum auf. Der Torhüter, der insgesamt 329 Pflichtspiele für den FC absolvierte und 21 Jahre das Trikot mit dem Geißbock trug, wurde kürzlich vom „Kicker“ zum besten Spieler der gesamten 2. Liga gekürt.
In 17 Spielen für den VfL Bochum erzielte Horn einen Notendurchschnitt von 2,47 und übertraf damit seine Torhüter-Kollegen Tjark Ernst (Hertha BSC, 2,56) und Loris Karius (Schalke 04, 2,62). Der erste Feldspieler, Bambasé Conté von der SV Elversberg, landete auf dem fünften Platz, während Marcel Schuhen (Darmstadt 98), ein weiterer Torwart aus Köln, noch vor Horn rangiert.
Der „Kicker“ würdigte Horns herausragende Leistungen, die seiner Mannschaft mehrere Punkte sicherten. Sein bestes Saisonspiel zeigte er vor zwei Wochen beim 0:0 gegen Hannover 96, als er einen Elfmeter hielt und mehrere Topchancen des Gegners vereitelte.
Sky-Experte Torsten Mattuschka lobte Horn für seine Leistung und bezeichnete ihn als „Teufelskerl“. Er sagte: „Unglaublich! Was für ein Spiel! Elfmeter gehalten und dann noch drei Tausendprozentige entschärft. Riesenspiel!“ Er taufte den Bochumer Schlussmann kurzerhand „Krake aus Bochum“.
Nach einem unglücklichen Abstecher nach Salzburg, wo er ebenfalls nur die Nummer zwei war, fühlt sich Horn an der Castroper Straße mittlerweile pudelwohl. Auch beim VfL saß er anfangs nur auf der Bank, kämpfte sich jedoch in der Abstiegssaison in die Stammelf.
Seitdem ist er eine verlässliche Stütze für sein Team. „Ich bin Dieter Hecking sehr dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat, auf diesem Niveau zu spielen. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man zwei, drei Jahre kaum gespielt hat. Uwe Rösler hat uns zudem neues Selbstvertrauen gegeben und eine Spielidee mit defensiver Stabilität vermittelt“, erklärte Horn.
Nach einem katastrophalen Saisonstart befand sich Bochum bis zum 11. Spieltag auf dem 17. Platz in der Tabelle. Mit dem neuen Trainer Rösler kam der Wendepunkt. Horn hat maßgeblich zu diesem Aufschwung beigetragen und konnte seinen Kasten in fünf Spielen sauber halten. Der VfL Bochum hat mittlerweile den neunten Platz erreicht.