Transfer-Saga um Nick Woltemade zwischen Bayern und Stuttgart beendet
Das wochenlange Werben des FC Bayern München um Nick Woltemade scheint vorerst durch die Entscheidung der VfB Stuttgart-Bosse beendet zu sein. Immer mehr Details zu diesem Transfer-Drama kommen nun ans Licht.
Stuttgart / München – Das Tauziehen um den deutschen Nationalspieler Nick Woltemade, das seit Ende Juni die Fußballnachrichten in Deutschland dominierte, hat mit der Erklärung der Stuttgarter Verantwortlichen während des Franz-Beckenbauer-Supercups zwischen beiden Vereinen ein vorläufiges Ende gefunden. Der 23-Jährige bleibt im Schwabenland.
Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern, wurde auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen RB Leipzig in der Münchner Allianz Arena erneut auf den gescheiterten Deal mit dem U21-Vize-Europameister angesprochen. Dabei bestätigte er widerwillig die Vorgabe des mächtigen Aufsichtsrats des FCB, in der laufenden Transferperiode lediglich einen weiteren Spieler für die dünn besetzte Offensive ausleihen zu dürfen.
In Bezug auf Woltemade reagierte Eberl mit einer Mischung aus Sarkasmus und Galgenhumor: „Keine Ahnung, was bis zum 1. September passiert. Vielleicht leiht Stuttgart ihn uns noch einmal aus – denn ausleihen können wir ja. Vielleicht können wir kreativ werden.“ Eine Leihe des Shootingstars der letzten Bundesliga-Saison ist jedoch für die Stuttgarter keine Option.
Neueste Berichte legen nahe, dass die Situation umgekehrt wohl anders gewesen wäre. Tobi Altschäffl, stellvertretender Fußballchef der Bild, enthüllte im Bayern Insider-Podcast, dass der ursprüngliche Plan des FC Bayern vorsah, Woltemade in diesem Sommer zu verpflichten und ihn anschließend für eine Saison nach Stuttgart zurückzuleihen. Dieser Plan wurde jedoch durch die Verletzung von Jamal Musiala verworfen.
Altschäffl gab an, dass diese Information von der VfB-Seite bestätigt wurde. Aufgrund der schweren Verletzung von Musiala erhöhte sich der Druck auf die Bayern, Woltemade sofort nach München zu holen. Der Plan scheiterte jedoch an den hohen Ablöseforderungen der Stuttgarter. Der Rekordmeister unterbreitete insgesamt drei Angebote, wobei das letzte bis zu 65 Millionen Euro betrug, während die Spieler-Seite auf eine ihr zustehende Wiederverkaufsbeteiligung verzichtete.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Jung-Nationalspieler in der kommenden Saison im Trikot des VfB Stuttgart auflaufen wird. Der 23-Jährige hat dort einen Vertrag bis 2028. Sollte er an seine exzellenten Leistungen aus der Rückrunde der vergangenen Saison anknüpfen, wird er diesen Vertrag mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erfüllen. Laut Altschäffl gehen beim VfB „eigentlich alle davon aus – von der Vorstandschaft bis zu den Spielern –, dass Nick Woltemade 2026 bei den Bayern landet.“
Ein erneuter Versuch des FC Bayern im Sommer 2026 würde zudem zu dem medial verkündeten Plan passen, aktuell Geld zu sparen, um im nächsten Jahr einen umfangreichen Kader-Umbruch einzuleiten. Zu diesem Zeitpunkt laufen auch die Verträge der beiden Topverdiener Leon Goretzka und Serge Gnabry aus. Es wird berichtet, dass Woltemade zunächst deutlich unter diesem Gehaltsniveau liegen wird. Der Plan des Aufsichtsrats, das gesamte Spielergehaltsniveau drastisch zu reduzieren, könnte somit endlich in die Tat umgesetzt werden.