Transfergerüchte um Duranville: Ein Abschied steht bevor?
Am 1. Januar öffnet das Winter-Transferfenster, und beim BVB zeichnen sich Veränderungen ab, insbesondere nach den klaren Worten von Trainer Niko Kovač.
Dortmund – Niko Kovač ist bei Pressekonferenzen ein aufmerksamer Gesprächspartner für die Medien. Der Trainer von Borussia Dortmund geht bei vielen Fragen gerne ins Detail und bemüht sich um umfassende Antworten. Doch bei einem bestimmten Thema zeigte er zuletzt Anzeichen von Genervtheit, insbesondere nach dem Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag.
„Wir haben ein Spiel gewonnen, und müssen über Spieler reden, die nicht dabei waren. Okay“, reagierte Kovač auf eine Frage zu Ramy Bensebaini und Julien Duranville. Bensebaini, der aufgrund einer Rückenverletzung zurückgefallen ist, bleibt ein wichtiger Teil der Mannschaft. Bei Duranville hingegen ist die Situation anders. Am Sonntag saß er nicht einmal auf der Bank.
„Juju hat hohe Konkurrenz in der Mannschaft. Es ist schwierig, dabei zu sein. Das ist einfach so. Wir sind beim BVB, und hier sind richtig gute Spieler unterwegs. Er ist auch gut, aber die anderen sind besser“, erklärte Kovač deutlich. Duranville wartet weiterhin auf sein Saisondebüt und hat bisher nur in zwei Regionalliga-Spielen mit der BVB-U23 Minuten gesammelt.
Die Aussagen von Kovač deuten nicht darauf hin, dass sich die Situation für den belgischen Dribbler in den verbleibenden Spielen vor der Winterpause ändern könnte. In der Champions League am Mittwoch könnte es jedoch für den Kader reichen, da in dieser Wettbewerbsform zwölf Ersatzspieler auf der Bank Platz nehmen dürfen – in der Bundesliga sind es nur neun.
Selbst wenn Duranville für einen kurzen Einsatz berücksichtigt wird, ändert sich an seiner grundsätzlichen Lage wenig. Der 19-Jährige hat offensichtlich keinen bleibenden Eindruck bei Kovač hinterlassen, seit er im Oktober nach seiner Verletzung ins Training zurückkehrte. Duranville hatte im Sommer beim Ausscheiden des BVB aus der Klub-WM gegen Real Madrid eine Schulterverletzung erlitten.
Die daraus resultierende Schultereckgelenksprengung passte zu seinem bisherigen Werdegang in Dortmund, wo er aufgrund zahlreicher Verletzungen nie richtig in den Rhythmus fand. Ende Januar jährt sich sein Wechsel zum BVB zum dritten Mal, in dieser Zeit kam er auf 27 meist kurze Einsätze und insgesamt nicht einmal 700 Minuten Spielzeit.
Im Vergleich: Der erfahrene Pascal Groß, der derzeit kaum eine Rolle spielt, hat allein in dieser Saison nahezu die gleiche Anzahl an Minuten gesammelt wie Duranville in seiner gesamten Zeit beim BVB. Dies ist für alle Beteiligten frustrierend, denn das grundsätzliche Potenzial von Duranville steht außer Frage. Im Dortmunder Kader gibt es wahrscheinlich keinen besseren Dribbler als ihn.
Es ist kein Zufall, dass der damalige Nationaltrainer Domenico Tedesco den BVB-Jungprofi im September 2024 zum A-Nationalspieler ernannte. Duranville hat zudem einen großen Fürsprecher in Bayern-Coach Vincent Kompany, der ihm beim RSC Anderlecht mit 16 Jahren zum Profidebüt verhalf. Kompany bezeichnete Duranville kurz nach dessen Wechsel zum BVB sogar als zukünftigen Ballon d'Or-Sieger.
Dieses Potenzial konnte er bislang nur einmal wirklich zeigen: Den verpassten Meister-Matchball gegen Mainz 05 im Mai 2023 wollen die meisten Fans aus dem Gedächtnis streichen, doch Duranville sorgte in dieser Partie für Aufsehen. Es war ein Versprechen, das er bisher nicht erfüllen konnte.
Nach Kovač' klaren Ansagen steht mehr denn je in Frage, ob sich Duranvilles Situation ändern wird. In den letzten Wochen gab es bereits Spekulationen über eine mögliche Ausleihe im Winter, damit Duranville endlich Spielpraxis sammeln kann. Da der Cheftrainer die Verhältnisse nun deutlich beschrieben hat, scheint auch ein fester Abgang nicht mehr ausgeschlossen.
Die Spielerseite wird diese Entwicklungen aufmerksam verfolgen. Duranville wird von der Agentur ‚Elite Project Group‘ mit Sitz in London vertreten, die auch andere BVB-Spieler wie Jamie Gittens und Jadon Sancho betreut. Es ist anzunehmen, dass der Gründer und CEO Emeka Obasi bald bei den BVB-Bossen vorstellig wird, um die Situation zu besprechen.
Eine Leihe könnte durch Kovač' Aussagen weniger wahrscheinlich geworden sein. Duranville könnte eher auf einen endgültigen Tapetenwechsel drängen. Unklar bleibt jedoch, wie lange der Spieler vertraglich an Dortmund gebunden ist, da der BVB aufgrund seines Minderjährigkeitsstatus bei der Verpflichtung 2023 keine Laufzeit veröffentlicht hat.