TSV 1860 München meldet Insolvenz an

TSV 1860 München meldet Insolvenz an

Nach intensiven Diskussionen und dem Einspruch gegen den Zwangsabstieg beim DFB-Bundesgericht sieht sich der TSV 1860 München gezwungen, Insolvenz anzumelden. Hier ist der aktuelle Stand im Sechzig-Drama.

München – Update, 24. Juni, 14:47 Uhr: Der TSV 1860 München hat nun auch auf Instagram eine Stellungnahme veröffentlicht. In dem Beitrag appelliert der Verein an die Löwen-Fans, an den größten Stärken der Löwen festzuhalten: „Zusammenhalt, Solidarität und die Bereitschaft, füreinander einzustehen.“

Der TSV 1860 möchte alles daran setzen, dem Verein in den kommenden schweren Zeiten ein gesundes Fundament zu bieten, um den Wiederaufbau des Traditionsklubs zu ermöglichen. Mit einem abschließenden Satz scheint 1860 zudem eine subtile Spitze gegen den scheidenden Investor Hasan Ismaik zu richten: „Zusammen schaffen wir die Grundlage für die Zukunft UNSERES Vereins“ – die Groß- und Kleinschreibung lässt aufmerken.

Update, 24. Juni, 13:44 Uhr: Am Mittwochmittag äußerte sich auch Hasan Ismaik gegenüber Absolut Sechzig. „Die Ereignisse der vergangenen Tage sind aus meiner Sicht nicht isoliert zu betrachten. Sie sind vielmehr das Ergebnis einer Entwicklung, die sich über viele Jahre aufgebaut hat“, so der Investor in seiner Erklärung.

Ismaik wies zudem die langjährige Behauptung zurück, er habe die Identität des Vereins durch Veränderungen von Farben oder Wappen beeinflussen wollen. In seiner Stellungnahme hinterfragt er außerdem, ob der Verein jemals ernsthaft an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert war oder ob er ihn von Anfang an zum Rückzug zwingen wollte.

Er fordert eine vollständige und transparente juristische Aufarbeitung der Geschehnisse. Ein Neuanfang beim TSV 1860 München sei nur mit Vertrauen möglich, das seiner Meinung nach durch Transparenz, Fairness, Rechtsstaatlichkeit und die Bereitschaft zur ehrlichen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit entsteht. Ismaik betont jedoch, dass er keine persönlichen Rachegelüste hege, da es ihm nicht um persönliche Konflikte gehe, sondern um die Wahrheit und ein tragfähiges Fundament für die Zukunft des Vereins.

Erstmeldung: Der TSV 1860 München steuert unaufhaltsam auf die Insolvenz zu. Am Dienstag, dem 23. Juni 2026 – ein Tag, der als „Schwarzer Dienstag“ in die Vereinsgeschichte eingehen wird – lief eine letzte Einigungsfrist um 18 Uhr ab, ohne dass eine Lösung gefunden wurde. Geschäftsführer Manfred Paula wird die Insolvenz der KGaA noch am Mittwoch beim zuständigen Gericht anmelden.

Der Ausgangspunkt der aktuellen Eskalation liegt bereits über drei Wochen zurück: Investor Hasan Ismaik hatte den Kooperationsvertrag mit dem e. V. gekündigt, was Vereinspräsident Gernot Mang als unrechtmäßig bewertete, gestützt auf drei unabhängige Rechtsgutachten. Gleichzeitig verweigerte Ismaik die Bereitstellung weiterer Mittel für die gemeinsame KGaA.

In der Folge entzog der DFB den Löwen die Drittligalizenz, was den Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern zur Folge hatte. Obwohl 1860 Einspruch beim Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes einlegte, wurden die Erfolgschancen von Sportrechtsexperten als äußerst gering eingeschätzt.

Auf einer emotionalen Mitgliederversammlung im Zenith am vergangenen Sonntag stellte Mang die Weichen für eine Zukunft ohne Ismaik: Mit überwältigender Mehrheit (1017 Ja- gegen nur sechs Nein-Stimmen) stimmten die Mitglieder für die Gründung einer neuen Spielbetriebs-GmbH unter dem Dach des e.V. – ein klares Votum für den Neustart. „Der Löwe befreit sich von seinen Fesseln und zeigt Zähne“, erklärte Mang unter tosendem Applaus.

Bis zuletzt war eine Last-Minute-Einigung jedoch nicht völlig ausgeschlossen. Laut Informationen von Absolut Sechzig legte die Ismaik-Seite am Dienstag ein überraschendes Angebot vor: Eine öffentliche Entschuldigung des Präsidiums für den Umgang mit dem Investor hätte die Rückgabe der Anteile im Gegenzug ermöglichen können – einschließlich des Verzichts auf Rechtsmittel.

Der Haken: Selbst diese Geste hätte die KGaA nicht automatisch gerettet, denn die Investorenseite stellte klar, dass sie kein frisches Geld mehr einzubringen bereit sei. Kurzfristig wären jedoch 7,3 Millionen Euro nötig gewesen. Das Präsidium lehnte den Vorschlag ab. Um 18 Uhr am Dienstag war das Kapitel KGaA damit beendet. Was folgt, ist eine Insolvenz mit ungewissen wirtschaftlichen Folgen und der Beginn eines voraussichtlich jahrelangen Rechtsstreits.

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