Überraschungen bei der WM 2026 in den USA
Die USA halten bei der WM 2026 auch nach mehreren Wochen weiterhin Überraschungen bereit. Unser Reporter bleibt unentschlossen. Hier ist das WM-Tagebuch.
Los Angeles – Nach fast fünf Wochen in den USA während der WM 2026 bleibt es schwierig, die Vereinigten Staaten zu durchschauen. In diesem hochentwickelten Land begegnet man sowohl hochmodernen technischen Geräten als auch Situationen, die etwas heruntergekommen wirken. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel sind die Flughäfen.
Während deutsche Sicherheitschecks oft einen reibungslosen Ablauf bieten, bei dem man seinen Rucksack nicht ausräumen oder sogar Wasserflaschen mitnehmen darf, hat man in Amerika häufig das Gefühl, eine Art Gesinnungsprüfung beim Militär abzulegen.
Wie im Film „Full Metal Jacket“ von Drill-Sergeant Gunnery Hartman wird man dabei angebrüllt: „Keinen Gürtel an? Sir, ja Sir! Schuhe ausgezogen? Sir, ja Sir! Laptop noch im Rucksack? Ich glaube nicht, aber lassen Sie mich noch mal nachschauen, Sir!“ Doch beim Abflug am Samstag (ich reiste für das Spiel Mexiko gegen England nach Mexiko-Stadt) gestaltete sich alles anders: Anstatt das Ticket oder den Reisepass vorzuzeigen, musste man beim Boarding lediglich sein Gesicht in die Kamera halten, um ins Flugzeug zu gelangen.
Natürlich wollte ich sofort ein Foto von dieser Technologie für mein Reisetagebuch machen, doch ich wurde sofort ermahnt – es scheint also noch als top secret zu gelten. Daher müssen Sie sich an dieser Stelle mit einem Foto der herkömmlichen Personenverifizierung begnügen: dem Flugticket in Kombination mit dem Reisepass.
Während des Fluges habe ich lange darüber nachgedacht, ob ich nun Fan (wegen der Schnelligkeit) oder Gegner (wegen des Datenschutzes) des Gesichtsscans beim Boarding bin. Mein abschließendes Fazit lautet: Es ist mir egal, hauptsache, ich wurde nicht wieder von Drill-Sergeant Hartman angeschrien.