Uli Hoeneß und der legendäre Transfer von Franck Ribéry

Uli Hoeneß und der legendäre Transfer von Franck Ribéry

München – Der Sommer 2007 stellte einen Wendepunkt in der Geschichte des FC Bayern München dar. Uli Hoeneß, damals Manager des Vereins, verfolgte ein ehrgeiziges Ziel: den französischen Flügelstürmer Franck Ribéry von Olympique Marseille nach München zu holen. Ribéry galt als einer der gefragtesten Spieler in Europa und sollte die Bayern nach einer enttäuschenden Saison zurück an die Spitze führen, in der sie sogar die Qualifikation für die Champions League verpasst hatten.

Die Verhandlungen erwiesen sich jedoch als kompliziert. Ein deutscher Berater hatte Hoeneß und Geschäftsführer Karl Hopfner versichert, Ribéry für 15 bis 20 Millionen Euro verpflichten zu können. Voller Euphorie flogen beide mit einem Privatjet nach Paris, um den Deal abzuschließen. Die Realität sah jedoch anders aus: Olympique Marseille forderte zunächst über 30 Millionen Euro. Letztendlich kostete der Transfer rund 25 Millionen Euro, was zu diesem Zeitpunkt einen Bundesliga-Rekord darstellte.

Als der Transfer schließlich abgeschlossen war, überkam Hoeneß eine solche Euphorie, dass er alle Vorsicht über Bord warf. Auf der Fahrt durch die Münchner Leopoldstraße trat er das Gaspedal zu fest durch, was zu einem Führerscheinentzug von einem Monat führte. „Ich war so euphorisch, dass ich in der Leopoldstraße zu schnell gefahren bin“, erinnerte sich Hoeneß später an diesen denkwürdigen Tag.

Hoeneß nahm die Strafe mit Humor. Für ihn war der verlorene Führerschein ein kleiner Preis für den „besten Transfer seiner Karriere“. Ribéry entwickelte sich tatsächlich zu einer Vereinslegende und rechtfertigte jeden investierten Euro. In seinen zwölf Jahren beim FC Bayern gewann er neun Bundesliga-Titel, sechs DFB-Pokale und krönte seine Karriere 2013 mit dem Triumph in der Champions League.

Diese Anekdote zeigt Hoeneß‘ leidenschaftlichen Umgang mit seinen Geschäften. Seine Begeisterung für den Sport und seine Spieler kannte keine Grenzen – selbst wenn es ihn den Führerschein kostete. Ribéry wurde nicht nur sportlich zum Erfolg, sondern auch menschlich zu einem Herzstück des Vereins, das Hoeneß über Jahre hinweg mit allen Mitteln zu halten suchte.

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