Umstrukturierung bei Borussia Mönchengladbach nach Rücktritt von Roland Virkus
Wie wird sich Borussia Mönchengladbach nach dem Rücktritt von Roland Virkus neu aufstellen? Dr. Stefan Stegemann gibt in einem Interview mit der Rheinischen Post aufschlussreiche Antworten.
Mönchengladbach – In enger Zusammenarbeit mit Kaderplaner Steffen Korell sind die Geschäftsführer Dr. Stefan Stegemann und Markus Aretz auf der Suche nach einem neuen Sportchef für Borussia Mönchengladbach. Die Fohlen stehen seit Dienstag ohne einen Verantwortlichen für die sportliche Leitung da, nachdem Virkus nach der Niederlage von 4:6 gegen Eintracht Frankfurt seinen Rücktritt erklärt hat.
Stegemann verdeutlichte im Interview, wonach Borussia sucht: „Wir benötigen jemanden, der kontinuierlich über sportliche Entwicklungen und Neuerungen nachdenkt, aber auch die Persönlichkeit hat, dem Druck eines Traditionsvereins wie Borussia standzuhalten.“
Der Nachfolger von Virkus müsse „genau einschätzen, was er in welchem Zeitraum verändern kann“, so Stegemann. Er betonte zudem, dass ein radikaler Umbruch nur unter bestimmten Bedingungen in Betracht gezogen wird: „Ich bin kein Freund von einem vollständigen Neuanfang. Veränderungen müssen fundiert sein, denn Veränderung um der Veränderung willen bringt nichts.“
Der schleichende sportliche Niedergang hat im Oktober 2025 seinen Höhepunkt erreicht. Gladbach ist saisonübergreifend seit zwölf Bundesligaspielen ohne Sieg und steht vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg auf dem letzten Platz der Bundesliga. Eugen Polanski ist bereits der vierte Trainer seit dem Wechsel von Marco Rose zu Borussia Dortmund im Sommer 2021.
Das einst erfolgreiche Konzept hat seine Grenzen erreicht. Nun nehmen die Gladbach-Bosse Anlauf, um dem Klub einen neuen Anstrich zu verleihen. „Borussia Mönchengladbach befindet sich in einer Phase der Veränderung, das ist völlig klar“, sagte Stegemann und wies darauf hin, dass die Suche nach einem Sportdirektor nicht erst durch den Rücktritt von Virkus ins Rollen kam.
„Wenn wir über die Altersstruktur in der Führungsriege bei Borussia nachdenken, ist eine Neuausrichtung wünschenswert. Ich betrachte das in meinem Bereich als wichtige Aufgabe“, fügte der Finanz-Geschäftsführer hinzu: „Die digitale Generation von heute benötigt eine andere Ansprache.“ Borussia soll moderner und wohl auch jünger werden.
Darüber hinaus äußerte sich Stegemann zu den oft diskutierten finanziellen Aspekten. Er versicherte, dass die Bereitschaft besteht, in die Mannschaft zu investieren – auch wenn er die Neuzugänge trotz des sportlichen Negativtrends lobte. „Ich bin kein Sparfuchs, sondern eher mutig bei Transfers“, sagte Stegemann.
„In meiner Zeit als Vize-Präsident habe ich auch bei einigen Transfers unterstützt, die wirtschaftlich herausfordernd waren“, fügte der Nachfolger von Stephan Schippers hinzu. Sicher sei jedoch, „dass wir niemals die Zukunft dieses Vereins aufs Spiel setzen dürfen“, weshalb es „nicht klug wäre, auf Pump zu investieren“, sollten die Mittel fehlen. Gladbach wird demnach an die Grenze gehen – aber nie darüber hinaus.