Ungewisse WM-Nominierung für Eintracht Frankfurts Nathaniel Brown
Bei Eintracht Frankfurt ist Nathaniel Brown ein Leistungsträger, doch in der Nationalmannschaft steht seine Rolle auf der Kippe. Die Nominierung für die bevorstehende WM wirft Fragen auf.
Frankfurt – Julian Nagelsmanns jüngstes Interview hat für Aufregung innerhalb der deutschen Nationalmannschaft gesorgt. Besonders die Ankündigung, dass es in seinem WM-Kader überraschende Entscheidungen geben könnte, hat viele irritiert. „Es wird Entscheidungen geben, die vermutlich nicht auf großes Verständnis stoßen werden – weder bei den Spielern noch in der breiten Öffentlichkeit“, erklärte der Bundestrainer.
Die Hintergründe seiner Aussage sind vielschichtig: „Es könnte sein, dass ein Spieler, der bei uns nicht in der ersten Elf eingeplant ist, bei seinem Verein jedoch ein Stammspieler und Leistungsträger ist.“ Dies hat Spekulationen darüber ausgelöst, welche Spieler Nagelsmann im Sinn hat. Nathaniel Brown, der bei Eintracht Frankfurt unumstritten ist, könnte ein potenzieller Kandidat sein, der um seinen Platz im DFB-Team bangen muss.
Nagelsmann ist sich der Qualitäten des 22-Jährigen bewusst. Er war es, der Brown im Oktober 2025 zu seinem Länderspiel-Debüt verhalf. Dennoch ist David Raum auf der linken Defensivseite in der Nationalmannschaft der klare Favorit. Browns Vielseitigkeit könnte ihm letztlich zum Verhängnis werden.
Seit Albert Riera Anfang Februar das Traineramt bei Eintracht Frankfurt übernommen hat, wurde Brown nicht mehr ausschließlich als Linksverteidiger eingesetzt. Er kommt auch im zentralen Mittelfeld und als Rechtsverteidiger zum Einsatz. Riera schätzt Flexibilität und bringt seine Spieler gerne aus der Komfortzone. Während dies für Browns Vereinskarriere von Vorteil ist, könnte es sich nachteilig auf seine WM-Chancen auswirken.
Im Mittelfeld ist aufgrund der starken Konkurrenz kein Platz für den Eintracht-Star, und auf der Rechtsverteidiger-Position hat sich Nagelsmann bereits auf Joshua Kimmich festgelegt. Brown ist sich der Herausforderung bewusst: „Ich habe große Konkurrenz, aber ich möchte einfach meine Spiele machen und zeigen, was ich kann. Dann hoffe ich, dass ich dabei bin“, äußerte der Youngster zu einer möglichen WM-Nominierung.
Wenn Riera Brown jedoch weiterhin von seiner angestammten Position abzieht, könnte ihm ein ähnliches Schicksal wie Anton Stach drohen. Der 27-Jährige wird seit seinem Wechsel zu Leeds United nicht mehr in der Innenverteidigung, sondern im zentralen Mittelfeld eingesetzt und wird laut Nagelsmann unter anderem deshalb nicht für eine Nominierung in Betracht gezogen.
„Er spielt nicht mehr die Position, die er zuvor in Hoffenheim gespielt hat, die für uns sehr interessant gewesen wäre“, sagte Nagelsmann im vergangenen Herbst über Stach. Spätestens bei der Länderspielpause Ende März wird sich zeigen, inwiefern Brown in Nagelsmanns Planungen eine Rolle spielt. In dem Interview kündigte der 38-Jährige an, dass der Kader für März dem für die WM sehr ähnlich sein werde. Sollte Brown dabei sein, könnte er berechtigte Hoffnungen hegen.