US-Einreiseprobleme bei der Fußball-WM 2026
Die US-Einwanderungsbehörden sorgen im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 für Kontroversen. Die verweigerte Einreise des somalischen Schiedsrichters ist dabei kein Einzelfall.
In Washington landeten Joshua Kimmich und Leon Goretzka, bereit und motiviert für die WM 2026, doch sie wurden sofort von US-Beamten abgeführt und auf dem Rollfeld einer Leibesvisitation unterzogen. Statt eines herzlichen Empfangs erlebten sie eine unangenehme Kontrolle. Dies ist in der aktuellen politischen Landschaft der USA unter Donald Trump nicht unüblich.
Auch weitere WM-Teilnehmer mussten ähnliche Erfahrungen machen, und zwar bei ihrer Ankunft, nicht beim üblichen Sicherheitscheck vor dem Abflug. Ein senegalesischer Journalist teilte ein Video auf der Plattform X, das schnell in den sozialen Medien verbreitet wurde. Bis zum Redaktionsschluss gab es keine offizielle Stellungnahme von FIFA oder den US-Behörden, jedoch durften die Sportler letztendlich einreisen.
Für Omar Artan, den somalischen Schiedsrichter, endete die Reise jedoch am Flughafen von Miami. Trotz eines gültigen Visums wurde ihm die Einreise verweigert. Die US-Grenzbehörde gab an, dass „Bedenken bei der Sicherheitsprüfung“ der Grund für die Ablehnung waren. Noch am selben Tag wurde der beste Schiedsrichter Afrikas in ein Flugzeug nach Istanbul gesetzt.
Mikel Obi äußerte sich klar zu den Vorfällen: „Wenn ich ehrlich bin, wirkt die Entscheidung, die Weltmeisterschaft in den USA auszurichten, zunehmend wie eine der umstrittensten Entscheidungen in der Geschichte der FIFA“, sagte er. „Es hätte ein historischer Moment sein sollen: Er wäre der erste somalische Schiedsrichter bei einer Weltmeisterschaft gewesen. Stattdessen wird nun über Einwanderungs- und politische Themen diskutiert.“
Diese Vorfälle sind keine Einzelfälle. Fans und Offizielle aus Ländern wie Haiti, Somalia, Senegal, der Elfenbeinküste, dem Irak oder dem Iran haben Schwierigkeiten bei der Einreise oder erhalten keine Visa. Selbst vielen schottischen Fans wurde laut BBC kein Visum erteilt. Auch Journalisten aus den betroffenen Ländern sehen sich mit großen Hürden konfrontiert. Der Internationale Sportjournalisten-Verband AIPS erklärte: „Die Fälle sind zahlreich und nicht akzeptabel.“ AIPS-Präsident Gianni Merlo forderte den Weltverband auf, bei den US-Behörden zu intervenieren.
Während bei der Einreise US-Gesetze zur Anwendung kommen, sorgt der Fall der usbekischen Mannschaft für noch mehr Unbehagen. Bei ihrer Ankunft für ein Testspiel gegen die Niederlande in New York wurde die Mannschaft bereits von der Stadion-Security erwartet und mit tragbaren Metalldetektoren überprüft.
„Sie sagten mir, das seien die Regeln, aber letztendlich wurden nur wir kontrolliert“, berichtete Trainer Fabio Cannavaro. Er bezeichnete die Situation als „merkwürdig“, insbesondere da ein Spürhund die Taschen der Spieler schnüffelte, nachdem diese vom Stadionpersonal aus dem Gepäckfach des Busses entladen worden waren. Immerhin konnte Usbekistan in einem spannenden Spiel nur knapp mit 1:2 (0:1) gegen die Niederlande verlieren. Währenddessen traf FIFA-Präsident Gianni Infantino mit Donald Trump im Weißen Haus zusammen, wo beide zusammen für die Kameras posierten.