Verletzungspech beim 1. FC Köln und Jorge Merés verzweifelte Vereinssuche
Der 1. FC Köln hat derzeit mehrere Spieler, die mit Verletzungsproblemen zu kämpfen haben. Abwehrchef Timo Hübers (29) fällt aufgrund einer schweren Knieverletzung für längere Zeit aus. Sein Teamkollege Luca Kilian (26) hat in den letzten 18 Monaten gleich drei Kreuzbandrisse erlitten, was seine Situation noch schwieriger macht.
Doch auch ehemalige Spieler des FC Köln sind von akuten Verletzungen oder deren Folgen betroffen. Besonders besorgniserregend ist die Lage von Innenverteidiger Jorge Meré (28), der am 2. März 2024 zum letzten Mal in einem Fußballspiel auf dem Platz stand – mittlerweile sind 689 Tage vergangen.
Nur kurze Zeit später zog sich der frühere spanische Junioren-Nationalspieler im Training beim FC Cádiz einen Kreuzbandriss zu. Der Leihverein entschied sich gegen eine feste Verpflichtung, und bei Club América in Mexiko lief sein Vertrag später aus. So ist Meré nun seit über einem Jahr auf verzweifelter Suche nach einem neuen Verein.
Der spielstarke Abwehrspieler war 2017 für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro aus Spanien zum FC gewechselt und absolvierte in viereinhalb Jahren 96 Pflichtspiele für den Geißbock. Allerdings war er nur in der Aufstiegssaison 2018/2019 unumstritten.
In einem Interview mit dem spanischen Podcast „El Banquillo“ sprach Meré kürzlich über seine Zeit beim Geißbockheim und die schwierige Gegenwart. „Ich bin seit einem Jahr ohne Klub und es fällt mir, offen gesagt, schwer“, erklärte er zur Vereinslosigkeit.
In Spanien gab es immer wieder Gerüchte über das Interesse von Zweitligisten. So absolvierte er vor Saisonbeginn ein Probetraining beim Tabellenführer Racing Santander, das jedoch erfolglos blieb. „Wenn man diese tägliche Routine innerhalb einer Mannschaft verliert, wird es hart für einen“, äußerte Meré über seine Gefühlslage.
„Man darf sein Ziel nie aus den Augen lassen, und auch wenn ich jetzt länger raus bin, bleibe ich Profi-Fußballer“, betonte Meré kämpferisch. „Ich habe weiterhin den Hunger, zu sagen, dass mir noch viel Zeit bleibt und ich viele Dinge machen möchte.“ Trotz seiner Entschlossenheit war die Zahl der interessierten Vereine zuletzt jedoch gering.
Im Sommer 2017 war die Situation ganz anders, als Meré beim Heimatverein Sporting Gijón auf sich aufmerksam machte und ein Auslandswechsel bevorstand. Er erhielt Angebote aus Italien und Köln, entschied sich letztlich für Deutschland und eine ihm weitgehend unbekannte Welt.
„Ich hatte noch nie in meinem Leben ein Bundesliga-Spiel gesehen“, gestand Meré rückblickend, schwärmt jedoch auch Jahre später noch von seiner Zeit beim FC: „Ich würde die Entscheidung auch heute noch so treffen. Sie kam damals zum richtigen Zeitpunkt und der Schritt nach Deutschland hat mich in allen Bereichen reifen lassen.“
Der Anfang war sowohl sportlich als auch privat hart, und Meré warnte seinen Berater frühzeitig, dass er in Köln möglicherweise nicht lange durchhalten könnte. Doch schließlich fand er besser zurecht und sagt heute: „Die Stadt, die Fans, diese Einheit, wie man die Spiele genießt: Ich würde liebend gerne zurückkommen.“