Vertrauen in junge Talente: Borussia Mönchengladbach setzt auf Fabio Chiarodia
Borussia Mönchengladbach plant, jungen Spielern mehr Vertrauen zu schenken. Im Fall von Fabio Chiarodia hat sich dieses Vertrauen bisher jedoch nicht ausgezahlt.
In der Innenverteidigung von Borussia Mönchengladbach gab es bereits in der vergangenen Saison Veränderungen. Während Nico Elvedi und Ko Itakura damals gesetzt waren, überholte Fabio Chiarodia Marvin Friedrich in der Rangfolge und wurde zur Nummer drei.
Der 20-Jährige absolvierte in den ersten fünf Bundesliga-Spielen vier Partien in der Startelf und saß lediglich beim 0:1 gegen den VfB Stuttgart auf der Bank. Seit dem Trainerwechsel von Gerardo Seoane zu Eugen Polanski hat die Umstellung auf eine Dreierkette Chiarodia mehr Spielpraxis ermöglicht. Dennoch schwächelt auch er, ebenso wie die gesamte Mannschaft in der Bundesliga.
Besonders enttäuschend verlief für ihn das Wiedersehen mit Werder Bremen am dritten Spieltag, als die Mannschaft noch in einer Viererkette unter Seoane agierte. Vor dem 0:1 hielt Chiarodia zu großen Abstand zu Torschütze Samuel Mbangula, was ihn mehr zum Geleitschutz als zum Gegenspieler machte. Auch beim zweiten Bremer Treffer war er zu weit von Romano Schmid entfernt, und seine Grätsche gegen Mbangula war nicht kraftvoll genug, um die Situation zu klären.
Nachdem Polanski vom 4-2-3-1-System abgerückt war und ein 3-4-2-1 implementierte, rückte Chiarodia in der zweiten Halbzeit der Partie gegen Bayer Leverkusen (1:1) ins Rampenlicht. Die Werkself spielte sich regelmäßig über die rechte Angriffsseite durch, die Chiarodia als linker Halbverteidiger zusammen mit Schienenspieler Lukas Ullrich zu verantworten hatte. Das 0:1 leitete der junge Italiener mit einer schwachen Kopfballablage selbst ein.
Auch beim darauffolgenden 4:6 gegen Eintracht Frankfurt hinterließ Chiarodia keinen guten Eindruck, wobei kein Borusse von sich behaupten konnte, besser gespielt zu haben. Der schwache Saisonstart ist auch für den Youngster eine große Belastung, und der Unmut der Fans entlädt sich teilweise an seiner Person.
Angesichts der anfälligen Abwehr wird seit Wochen die Frage laut, warum Gladbach nach dem Abgang von Itakura zu Ajax Amsterdam auf die Verpflichtung eines weiteren Verteidigers verzichtet hat. Laut Sport-Geschäftsführer Roland Virkus war diese Entscheidung ein Bekenntnis zu Chiarodia, weshalb er sich schützend vor den italienischen U21-Nationalspieler stellt.
„In der Innenverteidigung geben wir einem jungen Spieler wie Fabio Chiarodia die Chance. Er hat den einen oder anderen Fehler gemacht, aber ihn dafür zu kritisieren, wäre der falsche Weg“, erklärte Virkus am Samstagabend. „Wir müssen aus diesen Erfahrungen lernen und die Jungs unterstützen.“
Virkus fügte hinzu, dass er „keine Beschwerden darüber äußern werde, dass wir nicht nachgebessert haben“, auch in Bezug auf die Offensive, wo Tim Kleindienst, Nathan Ngoumou, Robin Hack, Franck Honorat und Giovanni Reyna fehlen – eine Situation, die kaum schlimmer sein könnte. Borussia seien „Grenzen gesetzt“, so Virkus. Doch je länger Chiarodia braucht, um in Form zu kommen, desto schwerer wiegt der Verzicht auf Verstärkung.