VfB-Reporter berichtet über Maccabi-Spiel und seine Erlebnisse
VfB-Reporter Niklas Noack erzählt in seiner Kolumne „Druck auf dem Kessel“ mit einem Schmunzeln von seinen Erlebnissen rund um das Spiel gegen Maccabi Tel Aviv.
Stuttgart – Liebe Leserinnen und Leser, heute bin ich ein wenig müde, und ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis. Es ist jedenfalls nicht verwunderlich, wie ich finde. Das Gastspiel von Maccabi Tel Aviv in Stuttgart hielt mich den gesamten Donnerstag über auf Trab. Ab 13 Uhr war ich rund um dieses Hochsicherheitsspiel im Einsatz, ausgestattet mit einer Plastiktüte voller Technik.
Entschuldigt bitte mein kleines Selbstmitleid. Ich kann es immer noch kaum fassen, dass ich den ganzen Donnerstag mit einer Plastiktüte in der Innenstadt unterwegs war, gefüllt mit einem schweren Laptop, mehreren Kabeln, einer Handyhalterung und einem Mikrofon. Das noch schwerere Stativ habe ich zu Hause gelassen, denn ich hatte ohnehin schon Rückenschmerzen – warum auch immer.
Wofür die Plastiktüte? Am Einlass wurde sie aus Sicherheitsgründen gegen eine neue, durchsichtige Tüte eingetauscht. Für die Sicherheit nehme ich diese Unannehmlichkeit natürlich gerne in Kauf. Warum ich aber so müde bin? Neben meinem Einsatz im Schlossgarten mit den Maccabi-Fans und der späteren sportlichen Berichterstattung habe ich mir auch noch einen Zahnarzttermin für Freitagmorgen um sieben Uhr eingeplant.
So bin ich mit noch halb verschlossenen Augen durch die gesamte Stadt gefahren. Aber genug gejammert. Auch einige Angestellte des schwäbischen Traditionsvereins hatten es am Donnerstag nicht leicht. So auch Techniktrainer Nathaniel Weiss, der im Sommer von Bayern München zurück zum VfB Stuttgart gewechselt ist. Weiss hatte zunächst Probleme, ins Stadion zu gelangen.
Das Problem: Er hatte seinen Ausweis nicht dabei und versuchte, mit seinem Führerschein Einlass ins Neckarstadion zu bekommen. An diesem Tag, an dem das Stuttgarter Neckarstadion vorübergehend als die strengste Tür Deutschlands galt, war das keine einfache Aufgabe.
Wenige Minuten später jedoch kam die Erlösung. „Führerscheine sind okay“, rief ein Sicherheitsmann seinem Kollegen zu. Das Problem war nur: Nat Weiss war plötzlich nicht mehr zu finden. Letztendlich schaffte es der Techniktrainer aber ins Stadion. Auf der Pressetribüne hatte ich die Gelegenheit für einen kurzen Plausch mit ihm. Den Sicherheitsleuten nahm er den Zwischenfall übrigens nicht übel; vielmehr schien er selbst aufgrund seiner kleinen Panne ein wenig schlechtes Gewissen zu haben. Glücklicherweise ging alles gut aus.