Vielseitigkeit im Fokus: Borussia Mönchengladbachs Jens Castrop überzeugt in neuer Rolle

Vielseitigkeit im Fokus: Borussia Mönchengladbachs Jens Castrop überzeugt in neuer Rolle

Roland Virkus legt großen Wert auf Vielseitigkeit. Der Sportchef von Borussia Mönchengladbach hat in diesem Sommer einen talentierten Spieler verpflichtet.

Mönchengladbach – Der Blick auf den Aufstellungsbogen der Partie zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach sorgte bei den Reportern für großes Rätselraten. Rocco Reitz, Yannik Engelhardt, Jens Castrop und Kevin Stöger waren alle im Mittelfeld aufgelistet, doch wie passte dieses Quartett zusammen?

Aufgrund der Dreier- respektive Fünferkette lag eine Variante mit einer Doppelsechs und zwei offensiven Mittelfeldspielern hinter Stürmer Shuto Machino nahe. Wer neben Stöger in der offensiveren Position spielen sollte, blieb jedoch unklar. Die erste Vermutung, dass Reitz diesen Platz einnehmen könnte, wurde durch die Entscheidung von Eugen Polanski, Castrop als linken offensiven Mittelfeldspieler aufzustellen, überrascht.

Dieser taktische Kniff macht Sinn. Da Franck Honorat und Nathan Ngoumou ausfallen, ist Shuto Machino – in der vergangenen Saison bei Holstein Kiel mit 35,82 km/h gemessen – der einzige verbliebene schnelle Angreifer. Castrop, der beim 1. FC Nürnberg mit 34,64 km/h gemessen wurde, ist der schnellste Mittelfeldspieler von Gladbach und belegte im Ranking aller Zweitliga-Profis Platz 44.

Die Entscheidung, Castrop in einer offensiveren Rolle zu positionieren, um zusammen mit Machino eine zweite Option für schnelle Vorstöße zu haben, war naheliegend. Castrop war es auch, der nach einem sehenswerten Zuspiel von Rocco Reitz in der ersten Halbzeit ein Abseitstor für Gladbach erzielte.

Nach seiner Verpflichtung wurde Castrop als Sechser und Achter vorgestellt, der auch als Rechtsverteidiger eingesetzt werden kann. Polanski betonte jedoch am Sonntag: „Jens kann sehr, sehr viel. Ich könnte ihn auf sechs Positionen einsetzen – zumindest in meinem Kopf, das kriegen wir auch in seinen.“

Der ehemalige Nürnberger sieht sich am ehesten auf der Sechs oder Acht, doch die offensive Rolle war ihm nicht fremd. „In Nürnberg haben wir 5-3-2 gespielt, da war ich der linke Achter. Wir haben teilweise die Seiten überladen, sodass ich dann zum linken Flügelspieler wurde“, erklärte Castrop. „Die Situation heute war mit einem Stürmer und zwei Zehnern anders, aber ich fühle mich wohl auf der Seite.“

Solange in der Offensive Personalnot herrscht, könnte Castrop unter Polanski viele Einsatzminuten erhalten. Sein Startelfeinsatz war ein klares Statement nach zuvor nur 22 Bundesliga-Minuten in drei Spielen unter Gerardo Seoane. „Es wurden alle Uhren wieder auf null gestellt. Ich habe eine gute Trainingswoche absolviert, genau wie der Rest des Teams“, äußerte sich Castrop zu seiner plötzlichen Beförderung.

Der Trainerwechsel könnte für den vielseitigen Spieler einen Wendepunkt darstellen – ebenso wie für Borussia, die eine Woche nach der 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen ein anderes Gesicht gezeigt hat. Dennoch bleibt Castrop ein Transfer, der langfristig gedacht ist. Daher ist es wichtig für ihn, auch dann ruhig zu bleiben, wenn er künftig wieder verstärkt auf der Bank sitzen sollte.

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