Vinícius Júnior sorgt für Aufsehen bei Real Madrid
Real Madrids Trainer Xabi Alonso entschied sich zu Beginn des Spiels gegen Oviedo, auf Vinícius Júnior zu verzichten. Der brasilianische Offensivspieler sorgte jedoch nach seiner Einwechslung für reichlich Aufregung.
Im Estadio Carlos Tartiere wurde die Spannung während der 83. Minute deutlich, als Kylian Mbappé Vinícius den Mund zuhielt, nachdem dieser sich zu einer wütenden Geste in Richtung des Schiedsrichters Ricardo de Burgos Bengoetxea hinreißen ließ.
Mbappé verhinderte damit, dass Vinícius, der zuvor wegen einer mutmaßlichen Schwalbe verwarnt worden war, vom Platz gestellt wurde. Es war erneut ein Abend, der die Schwankungen zwischen Genie und Wahnsinn in Vinícius' Spiel verdeutlichte. Er zeigte sportlich seine Klasse, sorgte jedoch gleichzeitig für Kontroversen.
Alonso hatte bewusst entschieden, Vinícius aus taktischen Gründen zunächst auf der Bank zu lassen. Er wollte eine klare Autorität zeigen und setzte zu Beginn auf Rodrygo. Diese Entscheidung sorgte für Aufsehen.
„Wir haben über 20 Spieler im Kader, und ich werde immer versuchen, die besten aufzustellen, um das bestmögliche Team auf den Platz zu bringen. Manchmal ist es wichtig zu beginnen, manchmal ist es wichtig, Minuten zu bekommen“, erklärte Alonso nach dem Spiel.
Vinícius wurde erst in der 63. Minute eingewechselt. In den verbleibenden 30 Minuten zeigte der amtierende FIFA-Weltfußballer sowohl seine Fähigkeiten als auch seine Neigung zu provokanten Aktionen.
Bei seiner Einwechslung wurde er von den Fans der Heimmannschaft mit Pfiffen empfangen, obwohl er noch nie zuvor in diesem Stadion gespielt hatte. Vinícius, der außerhalb des Estadio Santiago Bernabéu in Spanien polarisiert, gilt als umstritten.
Die Gelbe Karte wegen der mutmaßlichen Schwalbe in der 80. Minute verstärkte die hitzige Stimmung. Sportlich war Vinícius jedoch entscheidend: Seine Vorlage für Mbappés 2:0 und sein eigenes Tor zum 3:0 sicherten den Sieg für Real Madrid. Gleichzeitig provozierte er die gegnerischen Fans mit einer Geste, die den direkten Wiederabstieg Oviedos vorhersagte. Sein Instagram-Post „Eu sou isso aí…“ („So bin ich…“) nach dem Spiel zeugt von wenig Bereitschaft zur Selbstreflexion.
Sportlich betrachtet war Vinícius' Auftritt in Oviedo ein kleiner Befreiungsschlag. Nach einer Phase, in der er von Dezember bis Mai in der Liga nur drei Tore erzielte und in sechs Klub-WM-Spielen nur einmal traf, schien er sich wieder zu fangen.
Diese positive Entwicklung steht jedoch im Kontrast zur Ungewissheit über seine Zukunft. Vinícius ist vertraglich bis 2027 an den spanischen Rekordmeister gebunden, doch eine Einigung über eine Vertragsverlängerung steht trotz monatelanger Verhandlungen weiterhin aus.
Der Streitpunkt ist das Gehalt. Berichten zufolge fordert Vinícius für einen neuen Vertrag 30 Millionen Euro jährlich, eine Summe, die Real unter Präsident Florentino Pérez nicht bereit ist zu zahlen. In der Zwischenzeit lockt Saudi-Arabien mit hohen Angeboten.
Alonso sieht sich einer Herausforderung gegenüber. Real gewann klar mit 3:0 in Oviedo, doch die Einwechslungen brachten frischen Wind ins Spiel. Dennoch richtet sich die mediale Aufmerksamkeit erneut auf Vinícius' Verhalten. Die spanische Sportzeitung AS wertet seinen Platz auf der Bank als „erste große Warnung von Xabi“, während die Marca titelt, Vinícius habe „diese Ersatzrolle schon lange verdient“.
Der Auftritt in Oviedo verdeutlicht Alonsos schwierige Aufgabe: Wie integriert man einen Spieler, der sportlich den Unterschied ausmachen kann, aber regelmäßig für Kontroversen sorgt? Vinícius bleibt ein Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und einer Neigung zu provokanten Reaktionen. Alonso muss Wege finden, erstere zu nutzen und letztere zu begrenzen – eine Herausforderung, die über reine Taktik hinausgeht.