Spielerunruhe bei Real Madrid: Trainer Xabi Alonso im Fokus

Spielerunruhe bei Real Madrid: Trainer Xabi Alonso im Fokus

In dieser Ausgabe von Absolut International steht die angebliche Unzufriedenheit der Spieler bei Real Madrid mit Trainer Xabi Alonso im Mittelpunkt.

Madrid/München – Liebe Fans des internationalen Fußballs: Wer dachte, Trainer Xabi Alonso würde nach dem 2:1-Sieg von Real Madrid im Clásico gegen den FC Barcelona in den Himmel gelobt werden, irrt sich gewaltig. Ein brisanter Bericht des Online-Mediums The Athletic sorgt in der spanischen Hauptstadt für Aufregung.

The Athletic berichtet von einer möglichen Unzufriedenheit innerhalb der Real-Kabine mit Alonso. „Er hält sich für Pep Guardiola, aber im Moment ist er nur Xabi“, lautet eine der schärfsten Kritiken aus dem Umfeld des Vereins. Doch trotz der Brisanz dieser mutmaßlichen Vorwürfe aus dem Mannschaftsinneren stellt sich die Frage: Wer ist hier wirklich das Problem?

Die Vorwürfe gegen Alonso scheinen eine Ansammlung von Klagen über vermeintliche Privilegien zu sein. Der Spanier fordert mehr Disziplin, intensivere Krafttrainingseinheiten und detaillierte Videoanalysen. Alonso hat strikte Regeln für Disziplin und Ordnung eingeführt. Kurz gesagt, er arbeitet professionell. Dass sich einige Stars darüber beschweren, zeigt eine bemerkenswerte Entwicklung.

Während bei seinem Vorgänger Carlo Ancelotti die Kritik hauptsächlich medialer Natur war, brodelt es bei Alonso direkt in der Kabine. Nach dem Champions-League-Aus gegen Arsenal in der Vorsaison warfen Journalisten Ancelotti vor, zu sanft mit seinen Spielern umzugehen. „Ich bin nicht in der Lage, die Peitsche zu benutzen. Dann holt einen anderen Trainer“, konterte der Italiener damals.

„Für mich geht es darum, mit Menschen auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten“, erklärte er. „Ein Fußballer ist nicht nur ein Fußballer, sondern auch ein Mensch.“ Diese menschliche Komponente dürfe auf höchstem Niveau nie verloren gehen – eine Haltung, die ihm während seiner Karriere zu außergewöhnlichen Erfolgen verhalf, darunter fünf Champions-League-Titel.

Das berühmte Foto mit der Zigarre auf der Feierbusparade oder die Szene im Halbfinale gegen Manchester City 2022, als er sich mit dem bereits ausgewechselten Toni Kroos über mögliche Wechsel beriet, zeigen diesen Führungsstil: väterlich, verständnisvoll und vertrauensbasiert. Ancelotti legte bei Real großen Wert auf die Meinung seines Teams und gab den Spielern maximale Freiräume.

Hier liegt jedoch der Kern des Problems: Die Real-Stars haben sich unter Ancelotti an einen extrem spielerfreundlichen Stil gewöhnt, mit maximalen Freiheiten und väterlichem Verständnis für jede Befindlichkeit. Jetzt, wo mit Alonso ein strukturierterer Trainer kommt, rebellieren sie intern – obwohl die sportlichen Ergebnisse stimmen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Real führt die Liga mit fünf Punkten Vorsprung an und hat in der Champions League alle bisherigen drei Spiele gewonnen. Unter Alonso haben die Madrilenen ihre Konstanz zurückgewonnen – sportlich läuft es gut.

Bei Bayer Leverkusen war der Spanier nicht umsonst hochgeschätzt. Torhüter Lukas Hradecky schwärmte von der „besonderen Atmosphäre“, die Alonso mitbrachte. „Er hat die beste Leverkusener Mannschaft geschaffen, die ich je erlebt habe“, so Hradecky. Florian Wirtz betonte gegenüber dem Spiegel: „Mir ist es enorm wichtig, dass ich so einen guten Draht zu ihm habe.“

Diese Aussagen zeigen: Alonso kann eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen – aber auf professioneller Basis, mit klaren Strukturen und Erwartungen. In Leverkusen funktionierte das perfekt, weil Alonso mit Spielern arbeitete, die hungrig und lernwillig waren und sich beweisen wollten.

In Madrid trifft er auf Superstars, die jahrelang in Watte gepackt wurden und bereits große Titel gewonnen haben. Der Wutanfall von Vinícius Júnior nach seiner Auswechslung im Clásico ist nur die Spitze des Eisbergs einer Mentalität, die professionelle Standards als persönlichen Angriff interpretiert.

„Immer ich! Ich verlasse das Team! Es ist besser, wenn ich gehe. Ich gehe!“, schimpfte der Brasilianer – und entschuldigte sich anschließend bei allen, nur nicht bei seinem Trainer. Diese Szene verdeutlicht das Problem: Spieler, die unter Ancelotti bedingungslose Unterstützung gewohnt waren, können mit einem Coach nicht umgehen, der auch unbequeme Entscheidungen trifft.

Real Madrid hat sich einen Trainer geholt, der dem Erfolg alles unterordnet. Dass einige Spieler lieber einen Kumpel-Coach hätten, der ihre Befindlichkeiten über die Professionalität stellt, spricht Bände. Alonso macht seinen Job, und die Ergebnisse geben ihm recht. Denn am Ende zählen Siege, nicht die Launen verwöhnter Superstars.

Topics

Related news