Wael Mohya: Ein aufstrebendes Talent bei Borussia Mönchengladbach
Seit der Winterpause hat sich Wael Mohya als fester Bestandteil der ersten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach etabliert und begeistert mit seinen Leistungen selbst den Weltmeister Christoph Kramer.
Der 17-jährige U18-Nationalspieler hat in der laufenden Rückrunde bereits zweimal in der Bundesliga getroffen, unter anderem gegen den FC Bayern und zuletzt beim 2:2-Unentschieden gegen den 1. FC Heidenheim. Mohya zählt zu den wenigen positiven Aspekten einer ansonsten schwierigen Saison für die Fohlen.
Vereinslegende Christoph Kramer, der bis 2024 für Borussia spielt, schwärmt von dem talentierten Offensivspieler. Obwohl die beiden nie gemeinsam auf dem Platz standen, hört Kramer nur Gutes über Mohya aus dem Vereinsumfeld. „Ja, der ist super. Alle sagen, dass er super ist“, betont Kramer im Podcast Copa TS von Tommi Schmitt.
Dieses Lob bezieht sich nicht nur auf Mohyas fußballerische Fähigkeiten, sondern auch auf seinen Charakter: „Er ist unfassbar gut erzogen, genau richtig zwischen demütig und frech. Er soll wirklich super sein“, so Kramer, der Mohya als „einfach einen guten Spieler“ bezeichnet.
Dennoch merkt Kramer an, dass es „ein bisschen schade“ ist, da Mohya viel Ballkontakt benötigt und dadurch viele Energien aufbringt. „Ein solcher Spielertyp würde in einer spieldominanteren Mannschaft deutlich besser zurechtkommen“, fügt er hinzu, während die aktuelle Polanski-Elf häufig von den Gegnern dominiert wird.
„Ich glaube nach wie vor, dass Gladbach eine Mannschaft hat, die viele Spieler hat, die den Ball brauchen. Mohya gehört dazu, aber sie verschwenden viel Energie, weil sie dem Ball immer 50 Meter hinterherlaufen müssen“, erklärt der 35-Jährige. „Was Mohya auch an Wegen zurücklegen muss.“
Um seinen Punkt zu verdeutlichen, führt Kramer ein Beispiel an: „Wenn du ein Spieler wie Olise oder Luis Diaz bist, gehst du einmal ins Gegenpressing, spielst dann vom Flügel weg und läufst auf einen Verteidiger zu mit einem Puls von 130. Oder du bist Mohya, sprintest viermal 30 Meter, bekommst den Ball und gehst mit einem Puls von 195 ins Eins gegen Eins – das ist ein ganz anderes Fußballspiel“, vergleicht er.
Kramer schließt mit dem Hinweis, dass Spieler, die viel Ballbesitz wollen, in einen Teufelskreis geraten, wenn sie den Ball nicht bekommen. „Ich habe das auch selbst erlebt, in Spielen, in denen der Gegner viel Ballbesitz hatte und ich viel hinterherlaufen musste. Wenn ich den Ball dann hatte, war das meist nicht gut, weil der Puls so hoch war. Dann schießt man ihn einfach weg und ist unkonzentriert“, resümiert er.