Weltmeisterschaft 2026: Tourismusboom oder Debakel?
Die Weltmeisterschaft 2026 sollte für die USA eigentlich ein Magnet für den Tourismus werden. Doch die Realität sieht anders aus und es droht ein Debakel.
New York – Die Weltmeisterschaft 2026 verspricht, ein globales Sportereignis von beispiellosem Ausmaß zu werden. Erstmals wird das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen und umfasst 48 Mannschaften. Für die US-Tourismusbranche galt die WM lange Zeit als Garant für volle Hotels und steigende Umsätze. Doch die Realität könnte die Erwartungen enttäuschen.
Zusätzlich zu den ohnehin hohen und schwer zugänglichen Ticketpreisen sorgt laut der New York Times auch die anhaltende Zurückhaltung bei Flug- und Unterkunftsbuchungen für Probleme. Reiseveranstalter berichten von einem alarmierenden Rückgang der Buchungen, senken jedoch die Preise nicht. Um sich eine Reise in die USA leisten zu können, müssen die Menschen wegen der hohen Kosten für Verpflegung vor Ort mit erheblichen Ausgaben rechnen.
Daher verzichten viele Fans wahrscheinlich darauf, das Spektakel live vor Ort zu erleben. Eine Umfrage von t-online zeigt, dass fast 95 Prozent der 41.000 Teilnehmer die WM lieber vor dem Fernseher verfolgen. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist die angespannte politische Lage in den Vereinigten Staaten. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch warnen vor den Risiken bei der Einreise in die USA, was potenzielle Touristen zusätzlich verunsichert.
Verschärfte Visa-Regeln, mögliche Überprüfungen von Social-Media-Konten und zusätzliche Gebühren könnten die Einreise erschweren. Berichte über verweigerte Einreisen, auch bei deutschen Staatsbürgern, häufen sich. Die Menschenrechtslage in den USA und die Kritik an der Regierung verstärken die Bedenken und könnten das mit Spannung erwartete Turnier zu einem Tourismus-Debakel werden lassen.
Die Tourismusbranche hofft dennoch auf kurzfristige Buchungen, ein typisches Muster bei Großereignissen. Allerdings erschwert die Struktur des erstmals in drei Ländern ausgetragenen Turniers die Reiseplanung für die Veranstalter. Einige Fans ziehen es laut Travel and Tour World vor, nach Kanada oder Mexiko auszuweichen, wo die Einreisebedingungen als einfacher gelten. Ob die WM den USA tatsächlich den erhofften Boom bringen wird, bleibt abzuwarten.