Willi Orban über den Umbruch bei RB Leipzig
Willi Orban hat zwar die Kapitänsbinde abgegeben, bleibt jedoch ein entscheidender Faktor in der Defensive von RB Leipzig. Der erfahrene Spieler erläutert, worauf es beim aktuellen Umbruch im Team wirklich ankommt.
Leipzig – RB Leipzig durchläuft nach zahlreichen Transfers nicht nur personelle Veränderungen, sondern auch einen Wandel in der Hierarchie. Orban, der nicht mehr als Kapitän fungiert, sieht die geteilte Verantwortung als entscheidend an, während der Titel „Abwehrchef“ für ihn weniger Bedeutung hat.
Bei einer Medienrunde nach dem öffentlichen Training am Dienstag zeigte der 32-Jährige seinen Humor. Auf den Hinweis des MDR bezüglich des „Gegenwinds“ beim ersten Saisonspiel reagierte Orban schlagfertig: „Wir haben die Segel jetzt in die richtige Richtung gespannt und sind auf dem richtigen Weg. Das Navi ist eingestellt – aber klar, manchmal wird es auch weiterhin windig bleiben.“ Allerdings bleibt die Mannschaft nicht von Verletzungspech verschont: Nach nur drei Spieltagen plagt RB bereits wieder das Verletzungsrisiko. Im Spiel gegen Mainz 05 (1:0) verletzten sich gleich zwei Spieler: Xaver Schlager musste in der 32. Minute wegen einer Muskelverletzung an der Wade ausgewechselt werden, und Antonio Nusa brach sich nach einem unglücklichen Zweikampf den Unterarm. „Das ist schon ein kleiner Rückschlag für uns. Das müssen wir erstmal verarbeiten und Lösungen finden, wie wir das kompensieren. Gerade in dieser Findungs- und Aufbauphase sind Ergebnisse extrem wichtig. Das haben wir an Spieltag zwei und drei geschafft – und jetzt wollen wir zu Hause gegen Köln nachlegen“, erklärte Orban.
In den letzten Wochen hat sich im Verein viel verändert, unter anderem hat der Ungar die Kapitänsbinde abgegeben. „Ich hätte das gerne weitergemacht, man kennt mich. Ich bin jemand, der gern Verantwortung übernimmt. Aber das ist gut, denn so wird die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Baumi, David und auch Xaver sind alles Jungs, die Verantwortung übernehmen wollen, und das ist ganz wichtig. Das geht nur gemeinsam, es ist ein Mannschaftssport“, so der Defensivspieler, der sich jedoch wenig mit dem Begriff des „Abwehrchefs“ identifizieren kann: „Ja, diese Abwehrchef-Thematik ist immer so ein neumodischer Begriff. Das ist schwierig. Ich glaube, man kennt mich: Ich habe meine Stärken auch in der Organisation, besonders im Verbund der letzten Linie.“ Wichtiger sei eine „Achse an verantwortungsbewussten Spielern auf dem Platz, die in der Lage sind, Spielsituationen zu erkennen und die jüngeren Spieler zu führen. Ich glaube, das haben wir jetzt definitiv, aber ich mache mir um meine Person keine großen Gedanken, für mich hat sich nichts geändert.“
Die jüngsten Entwicklungen nimmt der Abwehrspieler als „doppelten Umbruch“ wahr. Gleichzeitig betont er, dass die Leipziger sich über die Jahre an den Verlust von Leistungsträgern gewöhnt haben und stets einen Weg gefunden haben, sich anzupassen. Die Qualität, die in diesem Sommer mit Yan Diomande, Johan Bakayoko, Romulo und Conrad Harder hinzugekommen ist, tut dem Team jedoch enorm gut – auch wenn es weiterhin viel Potenzial zur Verbesserung gibt.