WM-Reporter entdeckt die Vorzüge und Herausforderungen von Los Angeles
Nach Stationen in Houston, Winston-Salem und New York ist unser WM-Reporter nun in Los Angeles angekommen. Die Stadt der Engel beeindruckt und überrascht gleichermaßen.
Von allen Orten, die ich während der WM 2026 in den USA besucht habe, ist Los Angeles ohne Zweifel mein Favorit. Dies liegt nicht nur an der Schönheit der Stadt, sondern auch an der bisherigen Konkurrenz: Winston-Salem war ein ruhiger Ort, der selbst für die Nationalspieler langweilig war.
Toronto war natürlich herausragend, zählt jedoch als kanadische Stadt nicht in diese Auflistung. Houston war mir zu texanisch, während New York mir zu hektisch und laut erschien. Los Angeles hingegen, die Stadt der Engel, bietet eine willkommene Abwechslung: Am Venice Beach versammeln sich Surfer und Fitnessbegeisterte, die gemeinsam in der Sonne aktiv sind – ein eher ungewöhnlicher Anblick für Amerikaner, die sogar Drive-throughs für Kaffee und Apotheken haben.
Außerdem erinnert mich hier jede Ecke an meine Lieblingsfilme: „Pulp Fiction“, „The Big Lebowski“, „Drive“, „Heat“, „Mulholland Drive“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ spielen alle in Los Angeles. Hier möchte man doch gerne alt werden, oder? Doch mein „California Dreamin‘“ (was übrigens ein Song und kein Film ist) wird immer wieder jäh unterbrochen.
Dann wird mir bewusst, wie unromantisch die Preise in Los Angeles sind: Ein Smoothie kostet 20 Dollar. Ein Deo im Drogeriemarkt schlägt mit 8 Dollar zu Buche. Und zwei Wasserflaschen mit einem Powerade? Kein Scherz: 30 Dollar – mit der Begründung, dass der Kiosk direkt am Strand liegt und ich die Unverfrorenheit besitze, mit Karte zahlen zu wollen (was natürlich einen saftigen Aufschlag zur Folge hat).
Es erscheint mir absurd, meine Heimat München als günstig in Erinnerung zu haben. Aber ich glaube, ich werde doch lieber in meiner Heimat alt – dort kann ich all die Filme auch genießen.