Zukunft der deutschen Torhüterin Ann-Katrin Berger im DFB-Team

Zukunft der deutschen Torhüterin Ann-Katrin Berger im DFB-Team

Die Zukunft einer deutschen EM-Heldin bleibt weiterhin ungewiss. Um Klarheit zu schaffen, ist Bundestrainer Christian Wück bereit, eine Reise über den Atlantik auf sich zu nehmen.

Düsseldorf – Christian Wück, der Bundestrainer, nimmt die Zukunftsplanung seiner Nationalmannschaft äußerst ernst. Nach dem 1:0-Sieg gegen Frankreich im Halbfinal-Hinspiel der Nations League kündigte er in der ARD an, für ein persönliches Gespräch mit Torhüterin Ann-Katrin Berger gegebenenfalls nach Nordamerika zu fliegen. Ende des Jahres soll eine Entscheidung über die Zukunft der 35-Jährigen im DFB-Team getroffen werden.

Die gebürtige Göppingerin, die zuvor für den 1. FFC Turbine Potsdam spielte und 2012 mit dem Klub deutsche Meisterin wurde, steht seit April 2024 bei Gotham FC in New Jersey unter Vertrag. Dort hat sie sich sofort zur Stammtorhüterin entwickelt und wurde am Saisonende zur besten Torhüterin der NWSL gekürt. Aktuell kämpft Berger jedoch mit einer Knieverletzung, die sie bereits von den Nations-League-Halbfinalspielen gegen Frankreich ausgeschlossen hat.

Wücks Ankündigung verdeutlicht die Wertschätzung, die er seinen Leistungsträgerinnen entgegenbringt. „Wir wollen uns austauschen und sehen, was sie für die Zukunft plant“, erklärte der Bundestrainer nach dem knappen Erfolg in Düsseldorf. Der direkte, persönliche Kontakt ist ihm dabei besonders wichtig. „Ich möchte zuerst wissen, was die Spielerinnen wollen. Und das möchte ich nicht am Telefon, sondern persönlich klären“, betonte Wück.

Falls Berger im Dezember weiterhin verletzungsbedingt ausfallen sollte, hat der 52-Jährige bereits konkrete Pläne: „Ich habe Ann-Kathrin gesagt, falls sie im Dezember immer noch verletzt ist, hoffe ich, einen Flug nach Amerika zu bekommen, um dort persönlich mit ihr zu sprechen.“ Diese Aussage zeigt, welchen Stellenwert die Torhüterin für die Planungen des Bundestrainers hat.

Bei der Frauen-EM 2025 in der Schweiz avancierte Berger zur Heldin der deutschen Mannschaft. Besonders im Viertelfinale gegen Frankreich sorgte sie mit spektakulären Paraden für Aufsehen, darunter hielt sie im Elfmeterschießen zwei entscheidende Bälle und sicherte Deutschland den Einzug ins Halbfinale. Ihre Ausstrahlung und Erfahrung machen sie zu einer Schlüsselspielerinnen im DFB-Team.

Die Zukunftsplanung betrifft jedoch nicht nur Berger. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nicht nur kurzfristig denken müssen, sondern auch mit Blick auf die Qualifikation zur Weltmeisterschaft und die WM 2027 in Brasilien“, führte Wück aus. Der Bundestrainer hat mehrere Spielerinnen im Blick: „Es gibt einige Spielerinnen, die ein gewisses Alter erreicht haben, nicht nur Ann-Kathrin, über die wir uns Gedanken machen.“

Bergers Vertrag bei Gotham FC läuft noch bis Ende 2026. Bei der WM 2027 wäre die Torhüterin bereits 36 Jahre alt. Jüngere Konkurrentinnen wie Stina Johannes vom VfL Wolfsburg (25) oder Ena Mahmutovic vom FC Bayern München (21) drängen nach. Dennoch hat Berger ihren Herausforderinnen aktuell in Bezug auf Erfahrung und Ausstrahlung noch deutlich die Nase vorn.

Wücks Ansatz zeigt, dass er bei wichtigen Personalentscheidungen auf Dialog und Wertschätzung setzt. Die geplante Reise in die USA ist mehr als nur ein Arbeitstermin; sie sendet ein Signal an die Spielerinnen, dass ihre Meinung zählt. Ob Berger ihre Karriere im Nationalteam fortsetzt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Fest steht: Der Bundestrainer wird alles daran setzen, gemeinsam mit seiner Stammtorhüterin die beste Lösung für beide Seiten zu finden.

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