80. Geburtstag von Gerd Müller: Ein Rückblick auf seine Legende

80. Geburtstag von Gerd Müller: Ein Rückblick auf seine Legende

Am 3. November wäre Gerd Müller 80 Jahre alt geworden. Zu seinem Gedenken erinnern wir uns an ein legendäres Spiel, in dem er sich selbst das schönste Geschenk gemacht hat.

München – Trotz der Erfolge von Robert Lewandowski und Harry Kane, die beide seit einiger Zeit für den FC Bayern spielen, wird Gerd Müller wahrscheinlich noch lange als der größte Torjäger in der Geschichte des Vereins gelten. Der einstige „Bomber der Nation“ hat während seiner Karriere sowohl in der Vereinsmannschaft als auch in der Nationalmannschaft zahlreiche Titel und Torrekorde erzielt.

Vor 54 Jahren, an seinem 26. Geburtstag, bereitete sich Müller im wahrsten Sinne des Wortes ein einzigartiges Geschenk. Nach einem 0:0-Unentschieden zwei Wochen zuvor an der Anfield Road gewann der FC Bayern am 3. November 1971 im Rückspiel des Achtelfinals des Europapokals der Pokalsieger vor 40.000 Zuschauern im Stadion an der Grünwalder Straße mit 3:1 gegen den FC Liverpool.

Gerd Müller war der gefeierte Held an diesem kühlen Novemberabend in München-Giesing, als er in der 25. und 27. Minute zwei Tore erzielte und die Mannschaft von Udo Lattek mit 2:0 in Führung brachte. Ein Anschlusstor von Evans kurz vor der Halbzeit ließ die Bayern kurzzeitig zittern, aber Uli Hoeneß' Tor in der 57. Minute stellte den 3:1-Endstand her und sicherte den Einzug ins Viertelfinale.

Beide Vereine gehören zu den Größten im europäischen Vereinsfußball und haben die Champions League, ehemals den Landesmeistercup, jeweils sechsmal gewonnen. Nur Real Madrid (15 Titel) und der AC Milan (7 Titel) haben den begehrten Henkelpott häufiger gewonnen.

Allerdings zählt der FC Liverpool – im Gegensatz zu Teams wie dem FC Barcelona, Real Madrid oder Paris Saint-Germain – nicht zu den ständigen Rivalen der Münchner in europäischen Wettbewerben. Die beiden Klubs trafen lediglich viermal aufeinander, davon nur zweimal in der Champions League, und die meisten Partien liegen schon lange zurück.

Von den acht Begegnungen im Europapokal zwischen 1971 und 2019 konnte der FC Bayern nur ein einziges Mal gewinnen, und zwar genau in diesem Spiel vor 54 Jahren. Der englische Rekordmeister war seinerseits nur zweimal gegen den deutschen Rekordmeister erfolgreich, während es fünf Unentschieden gab – zweimal 1:1 in München und dreimal 0:0 an der Anfield Road.

Das 3:1 gegen den FC Liverpool war nicht nur der einzige Sieg für Bayern in diesem Europapokal-Duell, sondern auch der letzte Sieg des FC Bayern in einem Europapokalspiel im traditionsreichen Grünwalder Stadion. Obwohl Latteks Team noch zwei weitere Runden spielte, konnte es weder im Viertelfinale gegen Steaua Bukarest (0:0; 1:1) noch im Halbfinale gegen die Glasgow Rangers (1:1; 0:2) ein (Heim-)Spiel gewinnen.

Die erfolgreichste Ära im Europapokal in der Geschichte des FC Bayern begann mit dem Umzug ins Olympiastadion, wo der Verein drei Königsklassen-Triumphe in Folge (1974-76) feierte. Fünf Jahre nach dem Spiel gegen Liverpool, am 3. November 1976, feierte Müller erneut einen beeindruckenden Europapokal-Geburtstag, als der tschechoslowakische Meister Banik Ostrava nach einer 1:2-Hinspielniederlage mit 5:0 im vollbesetzten Olympiastadion besiegt wurde.

Wie 1971 gegen Liverpool glänzte Müller auch in diesem Spiel mit zwei Treffern. Die weiteren Tore zum Einzug ins Viertelfinale erzielten Karl-Heinz Rummenigge, Jupp Kapellmann und Conny Torstensson. In der nächsten Runde im Frühjahr 1977 endete die größte internationale Erfolgsserie des FC Bayern gegen Dinamo Kiew (1:0; 0:2). Der „Bomber“ konnte seinem Team dabei nicht helfen, da er verletzungsbedingt beide Spiele verpasste.

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