Bayern-CEO Dreesen fordert härtere Strafen für Financial Fair Play Verstöße
Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen hat von der UEFA strengere Maßnahmen gegen Verstöße gegen das Financial Fair Play gefordert.
München – Das Thema Financial Fair Play sorgt international immer wieder für Diskussionen, auch beim deutschen Rekordmeister. In einem Interview mit der Welt am Sonntag hat Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen deutlich gemacht, dass er das aktuelle System für zu nachsichtig hält. Er forderte von der UEFA härtere Sanktionen und eine intensivere Kontrolle.
„Ich bin immer dafür, beide Seiten zu betrachten – Einnahmen und Ausgaben“, erklärte Dreesen. Die Kluft zwischen der Bundesliga und der Premier League sei mittlerweile bedrohlich groß. „Der Tabellenletzte der Premier League erhält mit 125 Millionen Euro 30 Millionen mehr an TV-Einnahmen als wir. Liverpool erzielt 200 Millionen Euro, während der FC Barcelona und Real Madrid jeweils rund 160 Millionen Euro erhalten“, fügte er hinzu.
Dreesen sieht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als eine der größten Herausforderungen des europäischen Fußballs: „Die Premier League generiert rund sieben Milliarden Euro an TV-Einnahmen. Wir können nicht mit der Premier League konkurrieren, da sie andere Anforderungen und einen anderen Markt hat.“ Dennoch betont der Bayern-CEO, dass die UEFA in Zukunft entschlossener gegen finanzielle Verstöße vorgehen müsse. „Ich unterstütze die neu eingeführte Gehaltsobergrenze für den Kader. Wer die festgelegte 70-Prozent-Grenze überschreitet, sollte bestraft werden“, stellte Dreesen klar.
Für Dreesen steht fest: Nur durch konsequente Ahndung kann das Financial Fair Play glaubwürdig bleiben. „Die 70 Prozent scheinen ausreichend zu sein, beinhalten jedoch auch Abschreibungen und Vermittlungsgebühren. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Sanktionen entsprechend durchgesetzt werden, damit die Vereine sich nicht wie in der Vergangenheit ihrer Verantwortung entziehen können“, sagte er.
Obwohl Dreesen eine europaweite Gehaltsobergrenze für wünschenswert hält, zeigt er sich realistisch: „Eine Regel ohne strenge Durchsetzung macht keinen Sinn. Eine Gehaltsobergrenze wäre ebenfalls sehr wünschenswert, aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie auf europäischer Ebene durchsetzbar ist.“ Mit seinen klaren Worten bringt Dreesen eine alte Debatte zurück auf die Agenda und macht deutlich, dass der FC Bayern in Zukunft mehr Fairness und Konsequenz im europäischen Fußball fordert. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)