Bayern-CEO Dreesen fordert härtere Strafen für Financial Fair Play-Verstöße

Bayern-CEO Dreesen fordert härtere Strafen für Financial Fair Play-Verstöße

München – Das Thema Financial Fair Play sorgt international für anhaltende Diskussionen, auch beim deutschen Rekordmeister Bayern München. Jan-Christian Dreesen, Vorstandsvorsitzender des Vereins, hat sich nun deutlich positioniert: Er hält das aktuelle System für zu nachsichtig. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" forderte der 58-Jährige von der UEFA strengere Sanktionen und eine intensivere Kontrolle.

„Ich bin immer dafür, beide Seiten zu betrachten – Einnahmen und Ausgaben“, erklärte Dreesen. Die Kluft zwischen der Bundesliga und der Premier League sei mittlerweile bedrohlich groß. „Der Tabellenletzte der Premier League erhält mit 125 Millionen Euro 30 Millionen mehr an TV-Einnahmen als wir. Liverpool erzielt 200 Millionen Euro, während der FC Barcelona und Real Madrid jeweils rund 160 Millionen Euro erhalten.“

Dreesen sieht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als eine der größten Herausforderungen des europäischen Fußballs: „Die Premier League generiert rund sieben Milliarden Euro an TV-Einnahmen. Wir können nicht mit der Premier League mithalten, sie hat andere Anforderungen und einen anderen Markt.“ Dennoch fordert der Bayern-CEO, dass die UEFA in Zukunft entschlossener gegen finanzielle Verstöße vorgeht. „Ich unterstütze die neu eingeführte Gehaltsobergrenze für den Kader. Wer die festgelegte 70-Prozent-Grenze überschreitet, muss sanktioniert werden“, betonte Dreesen.

Für Dreesen steht fest: Nur durch konsequente Ahndung kann das Financial Fair Play glaubwürdig bleiben. „Die 70 Prozent erscheinen sehr ausreichend, beinhalten jedoch auch Abschreibungen und Vermittlungsgebühren. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Sanktionen konsequent durchgesetzt werden und die Vereine sich nicht wie in der Vergangenheit ihrer Verantwortung entziehen können.“

Obwohl Dreesen eine europaweite Gehaltsobergrenze für wünschenswert hält, bleibt er realistisch: „Eine Regel ohne strenge Durchsetzung macht keinen Sinn. Eine Gehaltsobergrenze wäre ebenfalls sehr wünschenswert, aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie auf europäischer Ebene durchsetzbar ist.“ Mit seinen klaren Aussagen bringt Dreesen eine alte Debatte zurück auf die Agenda und macht deutlich, dass der FC Bayern in Zukunft mehr Fairness und Konsequenz im europäischen Fußball fordert. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)

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