Bayern München besiegt Eintracht Frankfurt: Schiedsrichter äußert sich zum VAR-Einsatz
Der FC Bayern München hat mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt überzeugt. Nach dem Spiel äußerte sich Schiedsrichter Daniel Siebert kritisch über den VAR-Einsatz, der zur Aberkennung eines vermeintlichen Ausgleichstreffers führte.
Der umstrittene Treffer zum vermeintlichen 1:1 von Eintracht Frankfurt folgte auf ein frühes Führungstor der Bayern durch Luis Díaz. Der japanische Nationalspieler Ritsu Doan erhielt einen langen Ball von Robin Koch, den er geschickt verarbeitete. Nach einem kurzen Dribbling passte er zu Jean Bahoya, der sehenswert abschloss. Allerdings sprang der Ball beim Zweikampf zwischen Doan und dem Bayern-Verteidiger Konrad Laimer deutlich an Doans Arm, was von mehreren Bayern-Spielern sofort reklamiert wurde.
Daniel Siebert entschied nach Prüfung der VAR-Bilder, dass das Handspiel strafbar war: „Das regeltechnische Kriterium, das hier alles schlägt, ist, dass die Hand zum Ball geht“, erklärte der 41-Jährige nach der Partie gegenüber Sky. „Der Ball geht ja eigentlich schon in eine andere Richtung. Doch durch diese Ballberührung ist er auf einmal wieder an seinem Fuß und hat ihn unter Kontrolle. Ich bin überzeugt, dass Konrad Laimer, wenn der Ball nicht an die Hand gegangen wäre, seinen Körper dazwischen gepackt hätte, die Ballkontrolle gehabt und den Gegenangriff einleiten können. So hat sich der Spieler den Ball praktisch wieder vorgelegt.“
Besonders ärgerte sich Siebert darüber, dass er die Szene nicht sofort abgepfiffen hatte. „Total“, gestand der Berliner ein, der nach Bahoyas Abschluss von Manuel Neuer und seinen Mitspielern bedrängt wurde. Leon Goretzka erhielt dafür sogar die Gelbe Karte. „Es ist ärgerlich. Das wäre alles nicht passiert, wenn man die Szene gleich unterbrochen hätte. So erspart man sich eine Menge Emotionen, Ärger und Minuspunkte in meinem Beobachtungsbogen.“
Auf dem Platz war Siebert von Doans Handspiel überrascht: „Ich habe es ein bisschen gesehen, aber wenn man ein Tor wegpfeift, muss man es klar sehen. Das ist eine Situation, in der ein Handspiel normalerweise unerwartet ist. Ich hätte eher mit einem Handspiel vom Verteidiger oder mit einem Foul gerechnet. Wir schauen eigentlich immer nur auf die Verteidiger, auf die offene Hand oder auf die Füße: Lässt er sein Bein stehen? Fällt Doan drüber? Dass der Spieler sich den Ball selbst an die Hand schießt, war für mich zu unerwartet, deswegen war da nicht der komplette Fokus drauf.“
Der ehemalige Schiedsrichter Manuel Gräfe, bekannt für seine kritischen Äußerungen zur aktuellen Schiedsrichterleistung, nahm ebenfalls Stellung zu der Szene und widersprach Siebert, was zu einigen Turbulenzen und Emotionen führte. Dennoch besteht hinsichtlich der letztendlich korrekten Auslegung der geltenden Regeln in dieser Situation kein Zweifel.