Borussia Mönchengladbach sucht Verstärkung in der Defensive
Nach einer enttäuschenden Saison in der Bundesliga steht Borussia Mönchengladbach vor grundlegenden Veränderungen. Die Verantwortlichen haben sich bereits auf dem Transfermarkt umgesehen.
Mönchengladbach – Aufgrund einer dünnen Personaldecke auf den defensiven Außenbahnen sucht Borussia Mönchengladbach im Sommer nach Verstärkung. Berichten zufolge haben die Verantwortlichen in der 2. Bundesliga einen vielversprechenden Namen ins Auge gefasst: David Herold vom Karlsruher SC.
Der 23-jährige Linksverteidiger ist ein unverzichtbarer Spieler der Karlsruher, die derzeit den neunten Platz in der 2. Bundesliga belegen. Von 30 Pflichtspielen hat er 29 absolviert, alle in der Startelf, lediglich einmal fehlte er aufgrund einer Gelbsperre. Zudem bereitete er sechs Tore vor. Könnte der Schritt in die Bundesliga im Sommer folgen?
Nach dem Winter-Abgang von Luca Netz besteht für die Fohlen auf den Außenverteidigerpositionen dringender Handlungsbedarf. Aktuell stehen mit Lukas Ullrich und Joe Scally nur noch zwei Spieler im Kader, die auf dieser Position ausgebildet wurden. Trainer Eugen Polanski favorisiert defensiv eine Dreierkette, in der Jens Castrop, eigentlich Mittelfeldspieler, häufig die linke Außenbahn besetzt.
Das Profil von Herold passt daher ideal und könnte zusätzliche Variabilität ins Spiel bringen. Beim KSC, der regelmäßig zwischen einer Dreier- und Viererkette wechselt, spielt der 23-Jährige sowohl als Schienenspieler als auch als klassischer Linksverteidiger. Gladbachs Sportchef Rouven Schröder bestätigte gegenüber Sky, dass der Klub großes Interesse an einem Sommertransfer von Herold hat: „Das Interesse an dem Spieler ist definitiv da“, so Schröder.
Herolds Vertrag beim KSC läuft bis 2027 und enthält eine Ausstiegsklausel, die zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro liegt. Sollte Gladbach diese Summe aufbringen, würde dies einen der teuersten Transfers in der Geschichte des Karlsruher SC darstellen. Bisher erzielten nur Max Weiß und Philipp Max höhere Ablösesummen für den Verein. Nach dem lukrativen Verkauf von Rocco Reitz nach Leipzig sollte das Geld jedenfalls zur Verfügung stehen.
Im Sommer 2024 wechselte Herold, nach einer vorhergehenden Leihe, fix von der zweiten Mannschaft des FC Bayern zum KSC. Damals erhielt der deutsche Rekordmeister 750.000 Euro für den Spieler, der diverse Jugendmannschaften der Münchner durchlaufen hatte und auch im Nachwuchsbereich des DFB Erfahrung sammelte. Diesmal wird die Ablösesumme jedoch erheblich höher ausfallen.
Eine offizielle Anfrage von Borussia Mönchengladbach beim KSC gab es jedoch noch nicht, wie Mario Eggimann, der Geschäftsführer Sport in Karlsruhe, kürzlich betonte: „Wir haben bis jetzt keine offizielle Anfrage für einen Spieler bekommen.“ Verständlich, da sich Gladbach vermutlich erst um die kommende Saison kümmern kann, sobald der Klassenerhalt gesichert ist. Aktuell stehen die Fohlen als Tabellendreizehnter fünf Punkte vor dem Relegationsplatz.