BVB-Fans äußern Bedenken über Transfers, Watzke setzt auf Kontinuität

BVB-Fans äußern Bedenken über Transfers, Watzke setzt auf Kontinuität

Die Fans von Borussia Dortmund äußern Unmut über die stagnierenden Transfers. Doch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht einen klaren Plan: Er betrachtet die Kontinuität als strategischen Vorteil im Wettbewerb.

In Dortmund ist die Stimmung unter den BVB-Anhängern gedämpft, während die Verantwortlichen um Lars Ricken und Sebastian Kehl auf dem Transfermarkt als untätig wahrgenommen werden. Nach einer kurzen Vorbereitung aufgrund der Teilnahme an der FIFA Klub-WM ist die Frage, wo der Verein steht, schwer zu beantworten.

Mit lediglich zwei externen Neuzugängen, Jobe Bellingham und Ersatztorwart Patrick Drewes, sowie nur einem Abgang mit klar definierter Rolle, Jamie Gittens, zeigt der BVB-Kader in diesem Jahr eine bemerkenswerte Stabilität im Vergleich zu den Vorjahren. Während viele Konkurrenten, einige sogar mit neuem Trainer, versuchen, ihre Teams neu zu formieren, setzt Dortmund weiterhin auf Niko Kovač.

„Wir haben im Vergleich zu den Spitzenmannschaften die geringste Fluktuation“, betonte Watzke in einem Interview mit Sky/Sport1. Der scheidende Geschäftsführer und Präsidentschaftskandidat sieht die niedrige Personalrotation als einen entscheidenden Vorteil für die Saison 2025/26.

Diese Einschätzung wird von Sport Bild-Chef Henning Feindt geteilt, der optimistisch urteilt, dass der BVB der einzige Verein sei, der Bayern München „wirklich stoppen kann“. Auch Lothar Matthäus hat Dortmund als den ersten Verfolger des Titelverteidigers identifiziert. Ein Blick auf die Konkurrenz zeigt, dass Kontinuität in der Tat selten geworden ist.

Der FC Bayern hat Thomas Müller, Leroy Sané und möglicherweise bald Kingsley Coman verloren. Der neue Star Luis Díaz muss sich erst noch integrieren. Bayer Leverkusen hat einen Totalumbau erlebt, mit Abgängen von Florian Wirtz, Granit Xhaka, Jonathan Tah und Erfolgscoach Xabi Alonso. Eintracht Frankfurt hat Hugo Ekitiké verloren und bangt um Kevin Trapp. RB Leipzig hat Benjamin Sesko verkauft und landete bei der Trainersuche nach mehreren Absagen bei Ole Werner.

Feindt sieht in der Stabilität des BVB ein echtes Pfund: „Bis auf Königstransfer Jobe Bellingham gibt es in der Startelf keinen Neuzugang, was ein großer Vorteil ist“, schreibt er. „Das mag in der heutigen Zeit mit der Transfereuphorie etwas altmodisch erscheinen, aber manchmal ist es vorteilhaft, ein Team mit geringer Fluktuation zu haben“, fügte Watzke hinzu.

Der Kommentator vermisst eine „Frischzellenkur“ und kritisiert, dass Dortmund sich von den jüngeren Eindrücken zu sehr blenden lässt. „Auf dem Transfermarkt herrscht momentan Stillstand. Während andere bereits punkten, muss der BVB möglicherweise wieder aufholen“, fragt er rhetorisch. Bis zum 1. September bleibt noch Zeit, um den Kader zu optimieren.

Trainer Kovač hat klare Vorstellungen. „Wir benötigen einen breiten Kader mit hoher Qualität“, fordert er gegenüber der Sport Bild. „Wir haben einiges aufzuholen. Als Vierter sind wir gerade so in die Champions League gerutscht.“ Die entscheidende Frage bleibt: Wie nachhaltig ist Kovačs Erfolg? Er führte Dortmund mit einem starken Endspurt doch noch in die Champions League.

Allerdings haftet ihm der Ruf an, seine Mannschaften nicht ausreichend weiterentwickeln zu können. Die Tatsache, dass sich Trainer und Spieler mittlerweile gut kennen und eingespielt sind, könnte ein Vorteil sein. Doch Kontinuität allein garantiert keinen Erfolg. Die Qualität und die Tiefe des Kaders müssen stimmen. Diese Faktoren werden bereits im ersten von 45 bis 60 Pflichtspielen auf die Probe gestellt, da in der Abwehr ein Notstand herrscht.

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