Frustration der BVB-Fans über Transferpolitik
Die Führung von Borussia Dortmund hat zur Zurückhaltung bei Transfers aufgerufen, was bei den Anhängern auf Unverständnis stößt. Sogar der Aufsteiger 1. FC Köln hat bisher netto mehr in neue Spieler investiert.
Das Transferfenster bleibt bis zum 1. September geöffnet, und Borussia Dortmund hat sich einige Aufgaben für die verbleibende Zeit aufgeladen. Die Verantwortlichen des BVB scheinen Zeit gewinnen zu wollen und hoffen auf einen Sommerschlussverkauf. Immer wieder wird auf die begrenzten finanziellen Mittel hingewiesen, was viele Fans zunehmend frustriert.
In den letzten beiden Champions-League-Saisons hat der BVB über 100 Millionen Euro verdient, an der lukrativen Klub-WM teilgenommen, wertvolle Sponsoring-Deals abgeschlossen und Spieler verkauft. Dennoch haben viele europäische Top-Klubs, einschließlich des Bundesliga-Aufsteigers 1. FC Köln, netto deutlich mehr investiert als Borussia Dortmund.
Erst am Mittwoch wurde die Verpflichtung von Rav van den Berg für eine Ablösesumme von acht Millionen Euro bekannt gegeben. Nach dem Ausfall von Niklas Süle könnte der BVB gut einen Innenverteidiger gebrauchen. Laut dem Fachmagazin kicker neigt der Verein jedoch dazu, auf einen Transfer zu verzichten, da die finanziellen Mittel als begrenzt betrachtet werden und andere Prioritäten dringender erscheinen.
Dieser Widerspruch sorgt bei den Anhängern für zunehmende Frustration: Auf der einen Seite feiert der Verein große finanzielle Erfolge, auf der anderen Seite wird bei Transfers auf finanzielle Grenzen verwiesen. „Der Transfermarkt ist sehr hitzig. Wer sich damit beschäftigt, weiß, welche Summen im Raum stehen. Da müssen wir wohlüberlegt agieren“, erklärte Sportdirektor Sebastian Kehl bei Sky.
„Gleichzeitig sind wir wirtschaftlich auch etwas limitiert“, fügte Kehl hinzu. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte in einem Interview mit Sky/Sport1: „Man muss nicht jeden Wahnsinn mitmachen. Letztes Jahr haben wir unsere Transfers relativ früh abgeschlossen und damit eine große Euphorie erzeugt, aber anschließend haben wir dafür nur Rückschläge erlitten.“
Die Zahlen sprechen jedoch eine klare Sprache. Der BVB weist laut Daten des Portals Transfermarkt.de für den Sommer 2025 eine positive Netto-Transferbilanz von +11,55 Millionen Euro auf. Nur vier Bundesligisten haben ein höheres Plus. Unter den Netto-Zahlern finden sich neben dem FC Bayern und RB Leipzig auch Klubs wie der VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln.
Für die BVB-Fans ist diese Situation schwer nachvollziehbar, auch wenn bis zum Transferschluss noch Änderungen möglich sind. Über 100 Millionen Euro aus den Champions-League-Kampagnen, mehr als 40 Millionen Euro aus der Klub-WM, sowie neue Sponsorenverträge mit Vodafone, Puma und Polestar, dazu Transfers wie die von Gittens und Youssoufa Moukoko: Die Diskrepanz zwischen den gefeierten Einnahmen und den kommunizierten finanziellen Limits sorgt für Unmut.
Die Unruhe unter den Fans könnte sich etwas legen, wenn Dortmund zum Saisonstart im DFB-Pokal gegen RW Essen und in der Bundesliga gegen St. Pauli sowie Heidenheim überzeugende Leistungen zeigt. Ein Fehlstart würde jedoch die Stimmung am Deadline Day am 1. September erheblich verschlechtern und die Frage nach den „begrenzten Mitteln“ noch lauter werden lassen.