BVB gibt Titelchance im DFB-Pokal auf

BVB gibt Titelchance im DFB-Pokal auf

Der Borussia Dortmund (BVB) hat seine letzte realistische Chance auf einen Titel in dieser Saison verspielt. Das 0:1 im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Bayer Leverkusen am Dienstagabend besiegelte das Aus für den Klub im einzigen verbleibenden Wettbewerb, in dem sie ernsthaft um den Titel kämpfen konnten. Sportchef Lars Ricken hatte zuvor bei der Mitgliederversammlung von der Hoffnung geträumt, dass der neue Präsident Hans-Joachim Watzke „am Ende der Saison mit dem Pokal um den Borsigplatz fahren darf“.

Trainer Niko Kovač betonte ebenfalls die große Bedeutung des Pokals für den BVB und für ihn persönlich als geborenen Berliner. Er machte seiner Mannschaft keinen Vorwurf und erklärte, sie habe alles versucht, jedoch ihre Chancen nicht genutzt. Diese Einschätzung ist nicht völlig falsch, jedoch muss auch erwähnt werden, dass Dortmund im zweiten Durchgang kaum noch echte Möglichkeiten hatte.

Ein entscheidender Faktor ist ein wiederkehrendes Problem in dieser Saison: Der BVB zeigt bei Eckbällen unzureichende Torgefahr. Gegen Leverkusen gab es insgesamt elf Eckstöße für Dortmund, die Rheinländer hatten jedoch keine Schwierigkeiten, diese zu verteidigen. Zu oft scheitern die Hereingaben bereits am ersten Verteidiger, der lediglich den Kopf hinhalten muss.

Ein Blick auf die Statistiken verdeutlicht das Problem: Nach 12 Bundesliga-Spieltagen hat der BVB 65 Eckstöße erzielt, aus denen lediglich drei Tore resultierten. Diese Tore fielen gegen Union Berlin, den 1. FC Köln und den Hamburger SV, jedoch kamen sie nicht durch klassische Flanken und direkte Kopfbälle zustande, sondern nach unzureichenden Klärungen in der zweiten Welle.

In der Champions League zeigt sich ein ähnliches Bild: Gegen Bilbao und Villarreal erzielte Dortmund nach Eckstößen Tore, aber erst nach einigen Verwirrungen im Strafraum. Zudem gab es gegen Kopenhagen einen Strafstoß nach einem Foul, das auf einen Eckball folgte. Erfolgreicher waren dagegen Freistöße von der Seite, durch die zuletzt Tore gegen Manchester City und Leverkusen erzielt wurden.

Interessanterweise hat der BVB mit Alex Clapham einen Spezialtrainer für Standardsituationen engagiert. Der Engländer kam im Sommer 2024 auf Wunsch des ehemaligen Trainers Nuri Şahin nach Dortmund. Zuvor arbeitete Clapham unter Ralph Hasenhüttl beim FC Southampton und war auch in Spanien tätig. Unter Kovač wurde sein Aufgabenbereich, laut Medienberichten, vollständig auf Standards fokussiert.

Umso bedauerlicher ist es, wie wenig der BVB aus seinen Eckbällen herausholt – unabhängig davon, ob Julian Ryerson, Daniel Svensson oder Pascal Groß die Hereingaben schlagen. Vielleicht sollte Abwehrspieler Nico Schlotterbeck reaktiviert werden. Derzeit sind die Eckbälle jedenfalls einer von vielen Faktoren, die den Rückstand auf die absoluten Spitzenmannschaften verdeutlichen.

Diese Teams sind in der Lage, selbst an schlechten Tagen mit ruhenden Bällen den Unterschied zu machen. Ganz zu schweigen von Mannschaften wie dem FC Arsenal, die sich derzeit als eine der besten Mannschaften in Europa präsentieren und eine besondere Expertise bei Eckbällen entwickelt haben. Der neidische Blick des BVB dürfte am Mittwoch auf den FC Bayern gerichtet gewesen sein.

Der Rekordmeister setzte sich in einem klassischen Pokalfight bei Union Berlin durch, wobei in der ersten Halbzeit eine Ecke zum Eigentor von Ilyas Ansah und eine weitere zum Treffer von Harry Kane führten. Die Münchner zeigten sich weit entfernt von ihrer gewohnten Dominanz und erarbeiteten sich lediglich vier Eckbälle – eine Ausbeute, die im Gegensatz zu den fast zehn Versuchen des BVB steht.

Topics

Related news