BVB kämpft sich zu einem Unentschieden gegen SC Freiburg
Der BVB hat am Sonntag beim SC Freiburg in Unterzahl einen Punkt erkämpft. Torhüter Gregor Kobel hat seine Verantwortung für die entscheidende Spielsituation anerkannt.
Freiburg – Es ist selten, dass der Wendepunkt eines Fußballspiels, das inklusive Nachspielzeiten etwa 100 Minuten dauert, so präzise festgehalten werden kann. Im 1:1-Unentschieden zwischen Borussia Dortmund und dem SC Freiburg war dies jedoch der Fall: 52 Minuten lang dominierte der BVB seinen Lieblingsgegner der letzten Jahre, bis Jobe Bellingham eine Rote Karte erhielt.
Schiedsrichter Felix Zwayer hatte keine Wahl und verwies den Mittelfeldspieler des BVB wegen einer Notbremse vom Platz. Bellingham hatte Philipp Treu kurz vor dem Strafraum zu Fall gebracht, der Freiburger wäre ansonsten alleine vor Gregor Kobel erschienen. Möglicherweise wäre es klüger gewesen, den Gegner gewähren zu lassen, jedoch schien es, als hätte Bellingham ihn nicht einmal wahrgenommen.
Bereits hier wird deutlich, dass die Hauptschuld nicht bei dem Engländer zu suchen ist, sondern bei Kobel, der seinen Mitspieler mit einem schwachen Pass in eine schwierige Lage brachte. Das sah auch der Torhüter selbst so. „Es war ein Missverständnis. Ich hatte anfangs das Gefühl, dass er viel Platz hat, aber am Ende muss ich einen besseren Pass spielen, damit er das Foul nicht machen muss“, sagte Kobel bei DAZN.
„Es ist schade für ihn. Dass er uns jetzt fehlt, ist ärgerlich. Ich nehme das auf mich, ich muss besser spielen. Missverständnisse passieren leider im Fußball“, fügte der Schweizer hinzu. Bellingham wird mindestens das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Freitagabend aufgrund der Sperre verpassen.
Für den Sommer-Neuzugang endet ein insgesamt unglückliches erstes Halbjahr beim BVB denkbar unglücklich. Seine Mitspieler werden ihn trösten, wobei Kapitän Emre Can auch Kobel mit einbezog. „Das ist Fußball. Wir wollen hinten herausspielen, manchmal passiert das. Keinen Vorwurf an Greg oder Jobe“, erklärte der Defensivspieler.
Auch Niko Kovač wird nicht über Bellingham oder Kobel herziehen. Dennoch äußerte sich der Cheftrainer kritisch über die spielentscheidende Szene. „Wir haben den Ball sicher. Wenn Nico Schlotterbeck einen besseren Pass spielt, kann der Freiburger nicht sofort Druck aufbauen. Gregor hätte den Ball vielleicht zu Emre spielen können, der sich geöffnet hat. Aber er spielt genau das, was falsch ist“, sagte Kovač.
„So ist es im Fußball: Wer Entscheidungen trifft, macht auch Fehler. Der Fehler hat uns das Spiel gekostet“, stellte Kovač klar. Durch das Remis in Freiburg verpasste der BVB den Sprung auf Platz zwei der Bundesliga und liegt punktgleich, jedoch mit einem schlechteren Torverhältnis hinter RB Leipzig.