Christoph Kramer kritisiert Halbzeit-Interviews bei der WM 2026
Christoph Kramer, der Weltmeister von 2014 und TV-Experte beim ZDF, hat sich entschieden gegen die Einführung von Halbzeit-Interviews bei der WM ausgesprochen.
München – Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika bringt nicht nur ein neues Format mit 48 Teams mit sich, sondern auch zahlreiche Neuerungen, die sowohl Fans als auch Experten beschäftigen. Eine dieser Neuerungen sorgt bei ZDF-Experte Christoph Kramer für besonderen Widerspruch: die Einführung von Halbzeit-Interviews mit Spielern direkt im Tunnel. Für den Weltmeister von 2014 ist diese Maßnahme schlichtweg inakzeptabel, was er in seiner typischen, direkten Art unmissverständlich klarstellte.
Als ZDF-Moderator Jochen Breyer während der Übertragung des Gruppenspiels zwischen Brasilien und Marokko nach Kramers Meinung zu den neuen Halbzeitgesprächen fragte, reagierte dieser sofort und äußerte sein Urteil: „Katastrophal!“, ließ der 35-Jährige verlauten.
Doch der frühere Bundesliga-Profi ließ es nicht bei dieser kurzen Einschätzung. Er fügte konkret hinzu: „Das geht nicht. Das geht wirklich nicht! Die Spieler befinden sich bereits in einem Fokus und verlieren durch ein solches Interview drei Minuten einer entscheidenden Halbzeit. Was soll da Vernünftiges herauskommen?!“
Kramers Kritik zielt auf einen zentralen sportlichen Aspekt: In der Halbzeitpause bereiten sich die Spieler mental und taktisch auf die zweiten 45 Minuten vor. Wer in dieser entscheidenden Phase aus der Kabine geholt wird, verliert wertvolle Zeit für die Ansprache des Trainers und die eigene Konzentration. Beim besagten Spiel wurde Brasiliens Kapitän Marquinhos nach dem ersten Durchgang für ein Interview im Spielertunnel abgestellt.
Die Aussagen des Abwehrspielers lieferten nach Einschätzung der Beobachter kaum nennenswerten Mehrwert, was Kramers Argument zusätzlich untermauerte. Kramer steht mit seiner Haltung nicht allein da. Auch sein langjähriger Weggefährte Per Mertesacker, ebenfalls Weltmeister von 2014, bezeichnete die Neuerung als „schwierig“ und schloss sich der grundsätzlichen Skepsis gegenüber den Pflichtinterviews an. Zwei erfahrene Ex-Profis mit WM-Erfahrung, die aus eigener Anschauung wissen, wie wichtig die Halbzeitpause für die sportliche Leistung in der zweiten Hälfte ist.