Jérôme Boateng beendet seine Karriere
Der ehemalige Bayernspieler Jérôme Boateng hat seine Karriere offiziell beendet. Dies gab der Weltmeister von 2014 am Freitagabend über soziale Medien bekannt.
In einem Video, das Rückblicke auf seine Karriere zeigt, reflektiert der 37-jährige Boateng: „Der Fußball hat mir viel gegeben. Ich habe gelernt, gewonnen und verloren.“ Er erklärt, dass es nun an der Zeit sei, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und drückt seine Dankbarkeit für alles aus, was er erlebt hat. Boateng, der 76 Mal für die deutsche Nationalmannschaft spielte, blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück.
Der Gewinn des WM-Titels mit der deutschen Nationalmannschaft vor elf Jahren in Brasilien gilt als einer der größten Erfolge seiner Karriere. Boateng gab sein Bundesliga-Debüt im Januar 2007 für Hertha BSC. Über Stationen beim Hamburger SV und Manchester City, wo er mit dem heutigen FCB-Coach Vincent Kompany spielte, wechselte er im Sommer 2011 zum FC Bayern München.
In der Zeit beim deutschen Rekordmeister, wo er insgesamt zehn Jahre aktiv war, feierte er die sportlich erfolgreichsten Jahre seiner Karriere. Der Innenverteidiger gewann unter anderem neun deutsche Meisterschaften, zweimal die Champions League und fünfmal den DFB-Pokal. Gemeinsam mit Manuel Neuer, Thomas Müller, David Alaba und Javi Martínez gehörte er zu den fünf Vereinslegenden, die an den Triple-Triumphen 2013 und 2020 beteiligt waren.
Nachdem Boateng 2021 den FC Bayern verlassen musste – der damalige Trainer Hansi Flick wollte seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern – wurde es ruhiger um den Spieler. Er trat noch für Olympique Lyon in der Ligue 1, US Salernitana in der Serie A und zuletzt für den Linzer ASK in Österreich an.
Im Herbst 2023 trainierte er vertragslos mit den Bayern-Profis an der Säbener Straße, als der Rekordmeister mit Verletzungen in der Abwehr zu kämpfen hatte. Thomas Tuchel hätte Boateng gerne in seinen Kader aufgenommen, doch der öffentliche Druck aufgrund der Turbulenzen im Privatleben der FCB-Legende verhinderte diesen Schritt.
Im August löste Boateng schließlich seinen Vertrag beim LASK auf, der noch bis 2026 gültig war, nachdem er nur 14 Pflichtspiele für den Klub absolviert hatte. „Es war eine bereichernde Erfahrung, in einem neuen Umfeld zu arbeiten. Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um ein neues Kapitel aufzuschlagen“, erklärte der 76-fache Nationalspieler damals. Er bleibt jedoch dem LASK als Co-Trainer im Nachwuchsbereich erhalten, da er über die B-Lizenz für Trainer verfügt.
Nach seinem Rücktritt sind nur noch sieben der Weltmeister von 2014 aktiv: Manuel Neuer, Ron-Robert Zieler, Matthias Ginter und Mario Götze in der Bundesliga, während Thomas Müller, Julian Draxler und Lukas Podolski ihre Karrieren in weniger prominenten ausländischen Ligen ausklingen lassen.