Der Borussia-Weg: Nachwuchstalente im Fokus von Mönchengladbach

Der Borussia-Weg: Nachwuchstalente im Fokus von Mönchengladbach

Die Trainer- und Kapitänsposition bei Borussia Mönchengladbach wird von eigenen Talenten besetzt – wird der Borussia-Weg bis 2025 endlich sichtbar?

Mönchengladbach – Die Einwechslung von Charles Herrmann in der Partie gegen Bayer Leverkusen war vor allem den vielen Personalausfällen in der Offensive geschuldet. Dennoch äußerten einige Fans den Verdacht, dass Ex-Trainer Gerardo Seoane den talentierten Flügelspieler niemals auf das Feld geschickt hätte.

Die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach hatten sich bereits in der Vergangenheit darauf verpflichtet, verstärkt auf eigene Talente zu setzen. Seoane ging jedoch vorsichtig mit dem Nachwuchs um, und die Geduld, die er von den Fans einforderte, schwand mit der Zeit. Dennoch benötigen Talente Zeit zur Entwicklung, weshalb ausgerechnet der 39-jährige Polanski die Früchte dieser Arbeit ernten könnte.

Polanski ist ein Paradebeispiel für den Borussia-Weg. Er wurde sowohl als Spieler als auch als Trainer in Mönchengladbach ausgebildet und hat sich über die U23-Mannschaft die Chance auf den Trainerposten im Profibereich erarbeitet. Sein Vizekapitän Rocco Reitz, der in Abwesenheit von Tim Kleindienst die Kapitänsbinde trägt, stammt ebenfalls aus der eigenen Jugend.

„Wir haben uns genau das gewünscht und vorgenommen. In Teilen haben wir das erreicht, jetzt gilt es, diese Fortschritte in Ergebnissen umzusetzen“, erklärte Roland Virkus vor dem Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 18:30 Uhr) in Bezug auf den Aufschwung der Talente. „Es ist die Geschichte, die wir schreiben wollen. Es soll für alle sichtbar werden, dass wir uns diesem Weg verschrieben haben.“

Wie der Borussia-Weg konkret aussehen soll, darüber haben die Fans häufig nachgedacht. Lange Zeit fehlten eigene Nachwuchstalente, doch in den letzten Monaten hat sich dies geändert. „Es ist wahr, dass die Jugendspieler gut ausgebildet sind. Wir haben Talente, die das Potenzial haben, im Profibereich Fuß zu fassen“, sagte Polanski auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit den Hessen.

Das größte Talent ist wohl Wael Mohya. Der 16-Jährige wurde direkt nach dem Gewinn der U17-Meisterschaft in den Profikader berufen. „Ich hatte die Gelegenheit, Wael kennenzulernen, er hat meine U23 ja übersprungen“, sagte Polanski und fügte hinzu: „Er hat eine außergewöhnliche Qualität, da gibt es keinen Zweifel. Leider hat er sich unglücklich verletzt, aber die Rehabilitationsphase hat er schnell überwunden.“

Mohya wird gegen die Eintracht nicht spielen, stattdessen sind 30 Minuten Spielpraxis in der U19 geplant. „Es bringt ihm wahrscheinlich wenig, am Samstag auf der Bank zu sitzen“, so Polanski. Herrmann könnte hingegen wieder eine Rolle spielen – möglicherweise auch Stürmer Jan Urbich, der in neun Einsätzen für die U23 elf Tore erzielt hat.

Sowohl Seoane als auch Polanski sind sich jedoch einig: Kein Talent wird ins kalte Wasser geworfen, nur weil es vielversprechend ist. „Ich mache das nicht, um jemanden zufriedenzustellen. Es muss meine Überzeugung sein, dass der Spieler es sich verdient hat“, betonte der neue Coach. „Die Erfahrung können sie sich nicht kaufen; sie müssen sie durch Einwechslungen oder Startelfeinsätze sammeln. Wichtig ist, dass sie sich das auch verdienen.“

Polanski gratulierte Herrmann zu seinem Debüt in Leverkusen und lobte gleichzeitig die gesamte Mannschaft, die den Teenager gut integriert hat. „Für einen jungen Spieler ist es entscheidend, dass die Basis stimmt – und das sind die erfahrenen Spieler. Charles hat viel Mut bewiesen und das volle Vertrauen erhalten.“

Bereits im Trainingslager am Tegernsee, als Seoane noch Trainer war, fiel auf, dass die Nachwuchstalente von den Profis gut aufgenommen und normal behandelt wurden. Der Altersunterschied war äußerlich sichtbar, aber nicht im Umgang miteinander. Dies ist der Schlüssel, um die Stars von morgen an das Profi-Leben heranzuführen.

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