DFB-Präsident Neuendorf und Watzke verhandeln über Klopps Zukunft

DFB-Präsident Neuendorf und Watzke verhandeln über Klopps Zukunft

DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke arbeiten daran, einige Herausforderungen zu bewältigen, um Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer zu gewinnen. Der aktuelle Stand der Verhandlungen ist unklar.

Zurzeit befinden sich Neuendorf und Watzke auf dem Weg in die USA, um Gespräche mit Jürgen Klopp und dessen Berater Marc Kosicke zu führen. Aus dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gibt es jedoch keine konkreten Informationen über den genauen Zeitpunkt ihrer Reise. Auf Anfragen wird wiederholt betont, dass es keine „Wasserstandsmeldungen“ geben wird.

Der DFB möchte vermeiden, dass die beiden Führungspersönlichkeiten am Flughafen oder im Flugzeug von Medienvertretern belagert werden, um den öffentlichen Druck zu minimieren. Klopps Verpflichtung ist, anders als die öffentliche Begeisterung vermuten lässt, noch nicht in trockenen Tüchern. Der Wille vieler Beteiligter sowie die persönlichen Kontakte von Neuendorf zu DFB-Sponsoren und Watzke zu Klopp könnten potenzielle Türen öffnen, doch die Verhandlungen stehen noch am Anfang.

Es ist wahrscheinlich, dass die Boulevardpresse dennoch irgendwann Bilder von Watzke und Neuendorf machen wird, obwohl der genaue Ort des Treffens mit Klopp und Kosicke geheim gehalten werden soll. Watzke äußerte kürzlich im ZDF, dass noch „einige große Hürden“ überwunden werden müssen, bevor der Deal abgeschlossen ist. Weniger Sorgen machen sich die beiden über die Gehaltsverhandlungen mit Klopp.

Watzke äußerte ohne Umschweife, dass er von Klopp eine Art „Patriotismus-Abschlag“ erwarte. Klopp ist sich bewusst, dass er bei Red Bull deutlich mehr verdienen könnte und weniger öffentlichen Druck hätte, als wenn er die Rolle des Bundestrainers übernimmt.

Dennoch sind die Verdienstmöglichkeiten beim DFB ebenfalls attraktiv, was für die Landesverbandschefs, die bei solch kostspieligen Personalentscheidungen ein Mitspracherecht haben, eine Herausforderung darstellt. Ein Gehalt von sieben bis acht Millionen Euro pro Jahr, möglicherweise bis 2028 oder 2030, sowie die Abfindungen für Julian Nagelsmann und seine Assistenten stellen hohe Hürden dar, die es zu überwinden gilt.

Laut Berichten sind einige Lösungen in Sicht, auch wenn nicht alle Probleme bereits gelöst sind. Klopp ist seit 2020 mit Adidas verbunden, während der DFB ab 2027 Nike als Sponsor hat. Klopps Vertrag mit Adidas läuft nach der Weltmeisterschaft aus, was eine potenzielle Hürde beseitigt. Andererseits ist Klopp seit 2015 Markenbotschafter für die Deutsche Vermögensberatung, während der DFB mit der Ergo-Versicherung zusammenarbeitet. Zudem ist Klopp Testimonial für Anheuser-Busch (Budweiser), während der DFB-Sponsor die deutsche Brauerei Bitburger ist.

Die komplizierten Berührungspunkte sind offensichtlich. Watzke sagte: „Probleme sind dazu da, gelöst zu werden.“ Neuendorf, der sich öffentlich zurückhält, arbeitet jedoch anscheinend daran, jedes Problem einzeln anzugehen und hat bereits Gespräche mit Oliver Mintzlaff von Red Bull geführt. Mintzlaff war damals nicht erfreut, als Neuendorf im September 2023 Andreas Rettig als Sport-Geschäftsführer des DFB holte, einen Kritiker von Red Bull.

Rettig wird zum Jahresende ausscheiden, was die bisherigen Gespräche mit Red Bull erleichtert. Watzke war von Anfang an optimistisch: „Welches Unternehmen möchte auf seiner Image-Fahne stehen haben: ‚Ich habe das Engagement von Jürgen Klopp verhindert?‘“ Eine mögliche Lösung könnte sein, dass Klopp Markenbotschafter von Red Bull wird und der Konzern auf eine Ablöse verzichtet.

Die vertiefenden Gespräche, die voraussichtlich in New York stattfinden werden, umfassen neben Gehalt und Sponsoring auch Klopps Assistenten und deren finanzielle Ausstattung. Zudem wird erörtert, welche Ideen Klopp über die reine Tätigkeit als Bundestrainer hinaus für den DFB hat, welches Mitspracherecht er beansprucht und ob die Chemie zwischen ihm und dem DFB stimmt. Neuendorf ist ein Verfechter einer harmonischen Arbeitsatmosphäre, die er für wichtiger hält als Reibungen, insbesondere in einem Verband, der ständig im medialen Fokus steht.

Sollte Klopps Verpflichtung endgültig besiegelt werden, könnte Neuendorf im nächsten Schritt mit Per Mertesacker über eine mögliche Rolle im DFB sprechen. Die beiden schätzen sich bereits. Rudi Völler wäre bereit, Mertesacker einzuarbeiten, äußert jedoch Bedenken, dass die zunehmenden Expertenvorschläge für „neue Strukturen“ nur „Gerede“ sind. Deshalb plant er, sich mit dem einen oder anderen Experten zu treffen, um klare Worte zu finden.

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