DFB und Bundesliga-Vertreter planen Treffen mit Jürgen Klopp in den USA
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke reisen in die USA, um Jürgen Klopp und dessen Berater zu treffen und den Vertrag als Bundestrainer zu besprechen.
Die Flüge sind noch nicht endgültig gebucht, da noch einige Details geklärt werden müssen. Es besteht jedoch Einigkeit darüber, dass eine Delegation aus Deutschland, bestehend aus Neuendorf und Watzke, in den kommenden Tagen einen Business-Class-Flug buchen wird, um Klopp in Amerika zu treffen. Klopps Berater Marc Kosicke wird ebenfalls anwesend sein, sodass vor Ort vier Entscheidungsträger zusammenkommen – zwei von jeder Verhandlungsseite. Der genaue Ort des Treffens, ob in New York oder einer anderen Stadt, hängt auch von Klopps Verpflichtungen als TV-Experte bei Magenta ab.
Ein derartiger Flug über den Atlantik zur Rekrutierung eines Bundestrainers ist nicht ohne Präzedenzfall: Im Juli 2004 reisten DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Generalsekretär Horst R. Schmidt nach New York, um Jürgen Klinsmann zu treffen, nachdem die Suche nach einem Nachfolger für Rudi Völler wochenlang ergebnislos war. Klinsmann führte die deutsche Nationalmannschaft schließlich zur Heim-WM 2006.
Ähnlich wie damals strebt der DFB nun eine Zusammenarbeit mit Jürgen Klopp an. Der potenzielle Bundestrainer bestätigte in einem Interview mit Johannes B. Kerner am Wochenende, dass er Gespräche mit dem DFB führt und großes Interesse hat, die Rolle des obersten Fußballlehrers in Deutschland zu übernehmen. „Das Timing ist nicht optimal“, erklärte der 59-Jährige mit Blick auf seine Verpflichtung bei Red Bull, „aber es ist besser als je zuvor. Ich bin bereit!“
Klopp stellte jedoch klar, dass er nicht als Retter zum DFB kommt, der lediglich bestehende Probleme lösen kann: „Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind nicht nur auf die Person von Julian Nagelsmann zurückzuführen. Der deutsche Fußball befindet sich an einem Wendepunkt: Wir müssen grundlegend Veränderungen vornehmen.“ Weitere Details dazu gab er zunächst nicht preis.
Sein ausgezeichnetes Verhältnis zum Dortmunder Präsidenten Watzke und zum DFB-Nachwuchschef Hannes Wolf könnte bei den bevorstehenden Gesprächen über die Zukunft des deutschen Fußballs von Vorteil sein. Wolf wurde einst von Klopp für Borussia Dortmund verpflichtet, bevor er Trainer bei VfB Stuttgart und Hamburger SV wurde und schließlich zum DFB wechselte. Er spielt eine entscheidende Rolle in der Talent- und Trainerförderung des Verbands.
Der angekündigte Rückzug von DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig zum Jahresende könnte die Verpflichtung von Klopp ebenfalls erleichtern. Der DFB verhandelt derzeit mit Oliver Mintzlaff, dem CEO von Red Bull, über eine Ablösesumme für Klopp, der vertraglich bis 2029 an den Konzern gebunden ist. Mintzlaff ist nicht gerade ein Freund von Rettig, der kritisch gegenüber dem RB-Imperium steht und aus den Verhandlungen herausgenommen wurde.
Neuendorf und Watzke haben die komplexen Verhandlungen zur Chefsache erklärt, sind sich jedoch bewusst, dass Red Bull von dem thailändischen Miteigentümer Chalerm Yoovidhya kontrolliert wird, der vermutlich kein Interesse daran hat, Klopp kostenlos an den DFB zu verlieren.
Klopp hat bereits Gespräche mit Mintzlaff vorangetrieben. Berichten zufolge gab es vor Vertragsbeginn im Januar 2025 eine Art Gentlemen’s Agreement, dass Klopp im Falle einer künftigen Tätigkeit als Bundestrainer vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen werden kann – allerdings zu welchem Preis? Sein aktuelles Gehalt wird auf zehn Millionen Euro geschätzt, was drei Millionen mehr ist, als der DFB zahlen kann. Dennoch sollen die Verhandlungen nicht daran scheitern. Es ist klar, dass Klopp auch Vertraute mitbringen möchte.
Der DFB strebt Berichten zufolge einen Vierjahresvertrag bis zur Weltmeisterschaft 2030 in Spanien, Portugal und Marokko mit dem Welttrainer an. Klopp soll begeistert von der Aussicht sein, die deutsche Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2028 in seiner zweiten Heimat Großbritannien zu coachen. Dies würde dem Turnier einen zusätzlichen Anreiz geben, da Klopp auf der Insel eine Kultfigur ist und seine Rückkehr die Menschen begeistern würde.