Duell der Trainer: Alonso gegen Guardiola im Champions-League-Knaller
Es ist das Duell zweier bekannter Trainer: Xabi Alonso und Pep Guardiola stehen sich gegenüber – doch nur einer von ihnen könnte nach dem Spiel seinen Trainerjob behalten.
Madrid – Am Mittwochabend um 21 Uhr treffen im Estadio Santiago Bernabéu nicht nur Real Madrid und Manchester City aufeinander, sondern auch Guardiola und sein ehemaliger Spieler bei Bayern München, Xabi Alonso. Der Zeitpunkt dieses Wiedersehens könnte brisanter nicht sein, denn das Ergebnis dieses Champions-League-Duells könnte über das Schicksal von Alonso entscheiden.
Die Geschichte zwischen Guardiola und Alonso begann 2014 in München. Der Weltmeister von 2010 verließ überraschend Real Madrid, um zum FC Bayern zu wechseln – aus einem ganz besonderen Grund. „Ich war so neugierig und wollte seine Geheimnisse herausfinden“, erklärte Alonso später bei The Athletic über seine Motivation, unter Guardiola zu spielen.
Guardiola hatte Alonso gezielt verpflichtet, weil er ihn als den perfekten Spielmacher für sein System ansah. Ein Spieler, der seine taktischen Ideen auf dem Platz umsetzen konnte wie kein anderer. Zwei Jahre lang arbeiteten die beiden in München zusammen – eine Zeit, die Alonso bis heute prägt. „Er hatte einen unbändigen Enthusiasmus. Die Saisons im Fußball sind lang und er hat nie den Anschein gemacht, dass er müde ist“, schwärmte Alonso von seinem damaligen Trainer.
Guardiola sorgte dafür, dass die Mannschaft stets das Gefühl hatte, den Gegner in- und auswendig zu kennen. Diese Detailversessenheit und die Perfektion in der Vorbereitung sind Eigenschaften, die Alonso heute als Trainer ebenfalls verkörpert. Ein Jahrzehnt später stehen sich die beiden nun als Trainer gegenüber.
Alonso kämpft bei Real Madrid ums Überleben. Nach vier Punktverlusten in den letzten fünf Ligaspielen, internen Spannungen mit Stars wie Vinícius Junior und Berichten über eine zerrüttete Kabine befindet sich die Mannschaft in einer tiefen Krise. Guardiola, der Alonso gut kennt, äußerte sich vor dem Duell gewohnt direkt: „Er muss selbst pinkeln! Er pinkelt kein Parfüm, er wird es also gut machen.“
Guardiola spielte damit auf die Kritik an, die ihm während seiner Zeit als Trainer des FC Barcelona, dem Erzrivalen von Real Madrid, zuteilwurde. Ihm wurde oft ein überhebliches Verhalten vorgeworfen, bildlich ausgedrückt, als würde er „Parfüm pinkeln“.
Der City-Coach weiß, wie herausfordernd es ist, bei Real Madrid erfolgreich zu sein: „Barcelona und Real Madrid sind die schwierigsten Vereine für einen Trainer, wegen des Drucks und des Umfelds.“ Die Ironie der Geschichte ist, dass ausgerechnet Guardiola, der Alonso einst nach München holte und formte, nun über dessen Zukunft bei Real Madrid entscheiden könnte.
Ein Sieg gegen Manchester City würde Alonso Luft verschaffen, während eine Niederlage das vorzeitige Ende seiner erst im Sommer begonnenen Amtszeit bedeuten könnte. „Ich bin nicht in der Real-Kabine, ich kenne die Situation also nicht“, sagte Guardiola diplomatisch, fügte jedoch hinzu: „Die Klubführung hat die Macht. Wenn sie die Macht dem Trainer gibt, dann hat er das Sagen.“
Alonso selbst gibt sich kämpferisch: „Wir sind mental darauf vorbereitet, uns allem zu stellen. Die Mannschaft ist geeint und bereit.“ Doch die Realität sieht anders aus, die Autorität des Trainers ist angekratzt. Der einstige Schüler steht vor seinem größten Test – und sein ehemaliger Lehrmeister hält das Urteil in der Hand.
Guardiola bezeichnete seine Zusammenarbeit mit Alonso beim FC Bayern als „unglaublich“ und ist überzeugt, dass dieser bei Real „in der Lage ist, das zu lösen“. Doch im Fußball zählen am Ende nur Ergebnisse. Und die sprachen zuletzt eine klare Sprache gegen Alonso.