Eintracht Frankfurt: Kapitänsfrage im Umbruch
Inmitten eines Umbruchs arbeitet Eintracht Frankfurt an einer neuen Struktur. Die Position des Kapitäns könnte vom Trainer Adi Hütter neu vergeben werden, wobei Stürmer Jonathan Burkardt als möglicher Nachfolger gilt.
Die jüngste Äußerung von Eintracht-Pressesprecher Bartosz Niedzwiedzki während einer Medienrunde über den 30-jährigen Robin Koch, der als „unser Verteidiger“ vorgestellt wurde, fiel auf. Diese Formulierung ist bemerkenswert, da Koch bisher oft als „unser Kapitän“ bezeichnet wurde. Könnte dies ein Hinweis auf einen Führungswechsel in der kommenden Saison sein?
Obwohl eine Entscheidung noch nicht getroffen wurde, deutet einiges darauf hin, dass ein Wechsel anstehen könnte. In der vergangenen Saison konnte Koch als Kapitän nicht die nötige Stabilität bieten, da er selbst mit seiner Form zu kämpfen hatte. Koch hofft auf eine zweite Chance und möchte die Eintracht zurück zu alter Stärke führen. Die Rolle des Kapitäns ist für ihn eine „besondere Ehre“, insbesondere in einem Traditionsverein wie Frankfurt, wo der Druck größer ist als in seinem ehemaligen Klub Freiburg.
Es gibt Spieler, die ohne die Belastung des Kapitänsamts befreiter spielen können. Koch ist überzeugt, dass er auch ohne das offizielle Amt als Abwehrchef den Takt angeben kann. „Die Rolle als Führungsspieler hatte ich schon länger. So viel ändert sich durch die Binde nicht, auch wenn das nach außen vielleicht ein anderes Signal ist“, erklärt der 15-fache Nationalspieler.
Trainer Adi Hütter steht vor der Herausforderung, einen neuen Kapitän zu wählen. Die Auswahl an geeigneten Kandidaten ist jedoch begrenzt, da sich keine klare Führungsachse herausgebildet hat. Spieler wie Rasmus Kristensen sind bereits weg, und andere wie Mario Götze haben in letzter Zeit kaum eine Rolle gespielt. Ansgar Knauff ist zwar ein zuverlässiger Spieler, jedoch nicht der Typ, der eine Mannschaft führen kann.
Jonathan Burkardt könnte als Anführer des jungen Teams in Frage kommen. Die jüngsten Eindrücke deuten darauf hin, dass der 26-Jährige eine wichtige Rolle einnehmen könnte. Hütter hat bereits einen regelmäßigen Austausch mit Burkardt, und während einer Trainingseinheit führte er ein persönliches Gespräch mit ihm. Hütter betonte, dass Burkardt trotz seiner Verletzungen in der letzten Saison 13 Tore erzielt hat und ein sehr wichtiger Spieler ist.
Burkardt hat aus seiner verlängerten Pause Kraft geschöpft und zeigt sich motiviert. Bei den ersten Trainingseinheiten war sein Elan spürbar. Er initiierte Angriffe und war aktiv am Spiel beteiligt. „Es hat Spaß gemacht, ich habe sehr viel Bock“, äußerte er sich. Die Kapitänsrolle wäre für ihn sicherlich eine gute Wahl, da ihm die Eintracht am Herzen liegt. Dies zeigt auch seine selbstkritische Auseinandersetzung mit der vergangenen Saison, die zu den Eigenschaften eines guten Spielführers gehört.