Eintracht Frankfurt: Verletzungssorgen und Rotation im Kader

Eintracht Frankfurt: Verletzungssorgen und Rotation im Kader

Eintracht Frankfurt sieht sich derzeit mit erheblichen Verletzungssorgen konfrontiert, was dazu führt, dass Spieler, die zuvor kaum eine Chance hatten, plötzlich in den Fokus rücken. Reporter Christopher Michel äußert sich kritisch zu dieser Situation.

Frankfurt – Vom Abstellgleis in die Startelf? Normalerweise sollte eine solche Wendung die Ausnahme bilden. Optimalerweise sind alle Spieler gut integriert und verfügen über ausreichend Spielpraxis. Natürlich gibt es klare Rollen innerhalb eines Teams, wobei Schlüsselspieler in der Regel mehr Einsatzzeiten erhalten als Herausforderer oder Rotationsspieler.

Bei Eintracht Frankfurt herrscht jedoch Unklarheit in Bezug auf die Rotation. Aurelio Buta hat in dieser Saison bereits verschiedene Rollen durchlebt: Zunächst als Verkaufskandidat, dann als Einwechselspieler und sogar als Starter gegen den FC Bayern München (0:3) – und seitdem pendelt er wieder zwischen Bank und Tribüne.

Aurele Amenda, der im Sommer als unerwünscht galt, bleibt nach einem geplatzten Abgang und erhält plötzlich gegen Freiburg (2:2) eine Chance. Auch er darf gegen den FC Liverpool (1:5) in der Champions League spielen, hat jedoch aufgrund mangelnder Spielpraxis nur 23 Minuten in den folgenden neun Partien absolviert.

Mahmoud Dahoud entwickelt sich hingegen zum Hoffnungsträger. Nach einem Jahr ohne Einsatz in der Startelf überzeugt er zunächst Trainer Toppmöller. Als er seinen Rhythmus findet, wird er jedoch gegen Wolfsburg (1:1) wieder auf die Bank gesetzt. Auch hier fehlt ein klarer Plan, der für Außenstehende nachvollziehbar ist.

Michy Batshuayi fällt zwischenzeitlich in der Hierarchie hinter Jonathan Burkardt und Elye Wahi zurück. Nach Burkardts Verletzung zeigt Batshuayi seine Qualitäten als Joker. Obwohl ihm das Spiel in Leipzig (0:6) nicht liegt, wird er in die Startelf berufen. Nach seiner eigenen Verletzung kommt Jessic Ngankam ins Spiel – ein weiterer Spieler, der eigentlich schon aussortiert war.

Für die Champions-League-Reise nach Barcelona steht Toppmöller nun vor seiner schwierigsten Aufgabe. Er hat Wahi bereits zweimal aus dem Kader gestrichen und nun ist der 22-Jährige die einzige verfügbare Alternative. Burkardt und Batshuayi fallen verletzt aus, und Ngankam ist nicht für den Wettbewerb gemeldet.

Vom Abstellgleis in die Startelf? Möglicherweise trifft es diesmal Wahi. Es bleibt auch die Option Ansgar Knauff. Can Uzun saß zwar in Leipzig auf der Bank, muss jedoch behutsam herangeführt werden. Daher wird Toppmöller wahrscheinlich nicht an Wahi vorbeikommen. Dies könnte negative Auswirkungen auf das Mannschaftsklima haben und die Motivation der Spieler beeinträchtigen. Ein sofortiger Leistungssprung ist nicht realistisch.

Während einige Spieler wie Farès Chaibi, Kapitän Robin Koch oder Arthur Theate eine Art Freifahrtschein genießen und unabhängig von ihrer Leistung gesetzt sind, müssen andere kleinste Gelegenheiten nutzen, um sich zu beweisen – sofern sie diese überhaupt erhalten. Elias Baum beispielsweise hat nach seiner Rückkehr aus Elversberg noch keine Spielminuten erhalten, obwohl er einer der besten Rechtsverteidiger der zweiten Liga war.

Diese fehlende Kontinuität rächt sich nun. Toppmöller ist es in dieser Saison nicht gelungen, durch geschickte Rotation eine gewisse Breite im Kader aufzubauen. Stattdessen hinken zu viele Spieler ihrer Bestform hinterher, und Verletzungen einzelner Akteure wirken wie ein Schock. So etwas passiert, wenn es an Struktur auf dem Spielfeld mangelt.

Haben Sie bemerkt, dass bei RB Leipzig drei potenzielle Stammspieler fehlten? Richtig – ich auch nicht. Beim letzten Aufeinandertreffen im April waren die Rollen noch vertauscht: Eine homogene Mannschaft aus Frankfurt, die hochverdient 4:0 gewann, und ein zerstrittener Haufen aus Leipzig, wo jeder auf den anderen zeigte.

Toppmöller und sein Trainerteam müssen schnell die richtigen Schlüsse ziehen und ein System finden, in dem sich die Mannschaft wohlfühlt. Keine Experimente mehr, keine komplexen Formationen, sondern eine klare Aufgabenverteilung auf dem Platz. Alle Spieler müssen auf diesem Weg mitgenommen werden, andernfalls droht in Barcelona das nächste böse Erwachen.

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