Eintracht Frankfurts Schwierigkeiten nach Niederlage in Stuttgart
Eintracht Frankfurt hat in Stuttgart eine verdiente 2:3-Niederlage erlitten. Die Top-Teams der Liga erweisen sich für die Hessen bislang als zu stark. Was sind die Gründe dafür?
Die Enttäuschung nach der Niederlage in Stuttgart ist bei Eintracht Frankfurt groß. Der Frust hat sich bei den Hessen angestaut, da sie ihren eigenen Ansprüchen hinterherlaufen. Der SC Freiburg könnte die Frankfurter sogar auf den achten Platz verdrängen, wodurch der Kontakt zur Spitzengruppe verloren ginge.
Der übermächtige FC Bayern München, Borussia Dortmund, der VfB Stuttgart und RB Leipzig sind in dieser Saison zu stark für die Eintracht. Die Frage bleibt, warum Frankfurt nicht an die starke Vorsaison anknüpfen kann. Die Mannschaft findet einfach keinen Rhythmus und bleibt hinter den eigenen Erwartungen zurück.
In der vergangenen Saison gab es eine klar erkennbare Achse, die funktionierte: von Kevin Trapp über Tuta und Robin Koch bis zu Hugo Ekitiké. Momentan ist von diesem Gerüst nichts zu sehen. Koch, Kristensen und Theate zeigen schwankende Leistungen, Trapp und Tuta sind nicht mehr im Team, und Skhiri sowie Larsson finden nicht in ihren Spielrhythmus.
Eintracht Frankfurt hat das notwendige „Momentum“ verloren, was besonders in den Duellen gegen die Top-Teams entscheidend ist. Die Ergebnisse gegen Bayern (0:3), Dortmund (3:3), Stuttgart (0:6) und Bayer Leverkusen (1:3) sprechen eine klare Sprache: 18 Gegentore in fünf Spielen sind nicht tragbar.
In den letzten Monaten hatte die Mannschaft zudem mit erheblichem Verletzungspech zu kämpfen. Trainer Toppmöller konnte selten auf die gesamte Mannschaft zurückgreifen, was zu einer Verunsicherung führte, die auch die Leistungsträger aus dem Takt brachte. Fehlendes Momentum, Formschwächen und Ausfälle sind eine zu große Belastung auf einmal.
Toppmöller hat kürzlich öffentlich Fehler eingeräumt, darunter die unzureichende Spielzeit für Aurèle Amenda und die verfrühte Rückkehr von Kaua Santos nach seiner schweren Verletzung. Bei der Personalwahl und Rotation fehlte oft das richtige Gespür, was zu einer hohen Anzahl von Gegentoren führte.
Es ist besorgniserregend, wenn Sportvorstand Markus Krösche von Fehlern spricht, die selbst einer „C-Jugend-Mannschaft“ nicht passieren sollten, und kurz nach der Winterpause anmerkt, dass an der defensiven Struktur gearbeitet werden müsse. Wurde das nicht bereits vor der Rückrunde analysiert?
Vorstandssprecher Axel Hellmann sprach im Eintracht-Podcast vor dem Jahreswechsel von einer „Wohlfühloase“. Anscheinend haben noch nicht alle den Ernst der Lage erkannt. Aktuell ist selbst das Minimalziel, die Qualifikation für die ungeliebte Conference League, in Gefahr.
Die Lücken im Kader wurden im Sommer erkannt. Krösche versuchte, die zentrale Position zu stärken, doch Spieler wie Victor Froholdt und Jobe Bellingham waren nicht verfügbar. Zudem konnte der Transfer von Stürmer William Osula am Deadline Day nicht realisiert werden. Dennoch gab es die Hoffnung, dass Spieler wie Larsson, Farès Chaibi, Oscar Höjlund und Can Uzun den nächsten Schritt machen würden.
Teilweise ist das gelungen, insbesondere Uzun, der stark in die Saison gestartet ist und auch in schwierigen Phasen Verantwortung übernimmt. Doch nicht alle Spieler waren auf die hohe Belastung durch Bundesliga, Champions League, DFB-Pokal und Nationalmannschaft vorbereitet. Dies führte zu vielen Verletzungen, fehlender Frische und Formverlust.
Diese Faktoren haben dazu geführt, dass Eintracht Frankfurt nach der Euphorie im Sommer nun auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist. Nach nur einem Sieg in den letzten acht Pflichtspielen muss das Team gegen die strauchelnden Bremer zurück in die Spur finden. Andernfalls könnte der Druck in der Mainmetropole bald noch größer werden.