Eintracht Frankfurts Vorstand fordert Regulierung des Multi-Club-Ownership im Fußball
Das Multi-Club-Ownership im Fußball hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, fordert daher eine umfassende Regulierung dieser Praxis.
In Frankfurt wird intensiv über die Rolle von Investoren im Fußball diskutiert. Diese Debatte gehört zu den hitzigsten unter den Beteiligten. Während Befürworter die finanzielle Stärke und die neuen Möglichkeiten loben, warnen Kritiker vor dem übermäßigen Einfluss der Investoren und den Risiken, die entstehen, wenn diese ihre Gelder zurückziehen, wie es kürzlich bei 1860 München der Fall war.
Einigkeit besteht jedoch in einem Punkt: Ein Investor sollte keine Anteile an mehreren Clubs besitzen. Dennoch hat die Zahl der Multi-Club-Ownerships in den letzten Jahren zugenommen, was Axel Hellmann als eine der größten Herausforderungen für die Wettbewerbsintegrität im modernen Fußball ansieht. In einem Interview mit der FAZ äußerte er: „Die MCOs sind eine der größten Herausforderungen für die Wettbewerbsintegrität im modernen Fußball.“
Hellmann sieht ein Ungleichgewicht, da Clubs, die Teil eines MCO sind, über eine andere Schlagkraft verfügen als eigenständige Vereine. „Mittlerweile gehören 400 Clubs in Europa 140 verschiedenen MCOs, und fast 1000 Spieler sind ihnen zugeordnet. Ganze Ligen, wie die belgische, gehören quasi Klubfamilien“, erläutert er.
Deshalb ist Hellmann überzeugt, dass der wachsende Einfluss der MCOs nur durch Regulierung in den Griff zu bekommen ist. Er hat konkrete Vorstellungen, wie eine solche Regel aussehen könnte: „Die MCOs müssen sich vor Beginn der Saison auf einen einzigen Klub festlegen, der in Europa spielt. Das hätte praktische Auswirkungen“, erklärt der 54-Jährige.
Er führt ein Beispiel an: „Stellen Sie sich vor, der führende Klub in einer MCO-Familie spielt in Europa, während ein Traditionsklub, der ebenfalls zur Familie gehört, nicht teilnehmen darf. Dieser würde offen degradiert und seine sportliche Würde würde ihm genommen.“
Ein solcher Fall könnte dramatische Folgen haben. „Was würden die Fans wohl mit dem Investor auf der Tribüne machen? Würde ein Investor sich darauf freuen, dass die Reifen seiner Limousine zerstochen werden oder dass er auf der Piazza del Popolo mit Eiern beworfen wird? Da bin ich mir nicht so sicher“, meint Hellmann, der dem Thema Investoren grundsätzlich positiv gegenübersteht.
Für den Juristen Hellmann steht jedoch eine Sache über allem: „Es geht nur um die Regulierung, die das höchste Gut, nämlich die Wettbewerbsintegrität, schützen muss“, betont er. Ob es tatsächlich zu einer solchen Regulierung kommen wird, bleibt abzuwarten, da hierfür eine Entscheidung der UEFA erforderlich wäre, die europaweit gilt.