Erinnerung an die Paris-Attentate: Fußball und Terror

Erinnerung an die Paris-Attentate: Fußball und Terror

In der aktuellen Kolumne von Absolut International wird an die Paris-Attentate vom 13. November 2015 erinnert und deren Auswirkungen auf das DFB-Team thematisiert.

Frankfurt/Paris – Anlässlich des zehnten Jahrestages der tragischen Ereignisse in Paris hat die ARD eine bewegende Dokumentation mit dem Titel „Terror. Paris. Fußball.“ veröffentlicht. Dieser Titel verdeutlicht die erschütternde Verbindung zwischen dem Terror und dem Fußball an jenem Abend.

Die Bilder der Dokumentation versetzen einen sofort zurück in den Moment vor zehn Jahren, als ich von einem Freund die schockierende Nachricht erhielt: Rund um das Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich hatte es Terroranschläge gegeben. Dieses Gefühl von Fassungslosigkeit und Trauer wurde sofort wieder wach.

Wie unvorstellbar muss es für die Menschen gewesen sein, die am 13. November 2015 tatsächlich in Paris waren? Die Anschläge hinterließen unzählige Schicksale, jedes eine eigene Tragödie.

In der ARD-Dokumentation erzählen die DFB-Beteiligten von ihren Erlebnissen an diesem Abend im Stade de France, wo sie die Nacht im Stadion verbringen mussten. Diese Geschichten sind berührend. Während des Spiels detonierten Sprengsätze direkt vor den Stadiontoren, und der Fußball rückte in den Hintergrund.

„Da wurde jedem klar, dass wir uns in einer unglaublichen Notsituation befinden“, erinnert sich der damalige Bundestrainer Joachim Löw. Bastian Schweinsteiger, der 2015 Kapitän des DFB-Teams war, bringt es auf den Punkt: „Du denkst, du gehst zum Fußballspiel – und am Ende war das der schwärzeste Tag.“

Die Berichte weiterer Spieler wie Kevin Trapp, André Schürrle und Christoph Kramer zeigen die menschliche Seite der Profisportler: Angst, Stille und Hilflosigkeit. „Man hat Angst, Panik – man will es nicht zeigen, aber man hat 1.000 Gedanken im Kopf“, erinnert sich Trapp.

Oliver Bierhoff, der damalige Teammanager, beschreibt die ständige Sorge: „Mich hat die ganze Zeit beschäftigt – sind wir jetzt die Zielscheibe?“ Besonders erschütternd sind die Schicksale aus Frankreich: Lassana Diarra verlor bei den Anschlägen seine Cousine. Maud Griezmann, die Schwester von Antoine Griezmann, bangte in der Konzerthalle Bataclan um ihr Leben.

Mit dem Gesicht auf dem Boden liegend, regungslos, versuchten sie und ihr Freund 90 Minuten lang, dem Tod zu entkommen. Sie hielten sich immer wieder die Hände – das einzige Zeichen, dass sie noch lebten, wie Maud Griezmann später der New York Times berichtete.

In der Zwischenzeit wartete ihr Bruder Antoine wenige Kilometer entfernt in den Katakomben des Stade de France – besorgt um das Leben seiner Schwester und auch um sein eigenes. An diesem Abend wurden 130 Menschen von Terroristen getötet, 89 davon allein im Bataclan. Vor dem Stade de France verübten Selbstmordattentäter drei Anschläge und rissen dabei einen Passanten in den Tod. Es hätte noch viele weitere Opfer geben können.

Es ist unvorstellbar, was geschehen wäre, hätten die Terroristen Zugang zum Stadion erhalten, wo über 80.000 Menschen nur Fußball sehen wollten. Der 13. November 2015 zeigt, wie schnell ein Fußballfest in einen Albtraum verwandelt werden kann.

Die Geschichten der Betroffenen zu hören und zu bewahren, ist nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern auch eine Verpflichtung: Nie zu vergessen, was Hass und Terror anrichten können – und nie aufzuhören, für die Werte einzustehen, die der Sport verkörpert: Fairness, Respekt und Menschlichkeit.

Topics

Related news