Ermedin Demirovic fällt wegen Fußverletzung aus
Der Stürmer des VfB Stuttgart, Ermedin Demirovic, hat sich eine Fußverletzung zugezogen und wird vorerst ausfallen. Ein Sportmediziner erläutert die Hintergründe dieser Diagnose.
Stuttgart – Ermedin Demirovic hatte zuletzt eine erfolgreiche Phase und traf dreimal hintereinander in der Bundesliga: gegen den SC Freiburg (1:3), St. Pauli (2:0) und den 1. FC Köln (2:1). Doch nach dem torlosen Baden-Württemberg-Duell gegen Heidenheim (1:0) ist seine Serie vorerst beendet. Demirovic klagt über Fußschmerzen, und die Diagnose lautet: „beginnende Fraktur der Fußwurzel“.
Dies gab der VfB am Montag, den 6. Oktober, nach einer MRT-Untersuchung bekannt. Wie lange er ausfallen wird, bleibt ungewiss, jedoch wird eine Ausfallzeit von etwa acht Wochen vermutet. Doch wie kommt es zu solch einer Verletzung? Darüber hat Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports, mit einem Experten gesprochen.
Dr. Simeon Geronikolakis, der bis 2015 Mannschaftsarzt des VfB Stuttgart war und von 2012 bis 2020 für die Junioren-Nationalmannschaften des DFB zuständig war, erläuterte, dass „physiologische Umbauprozesse“ im Bewegungsapparat stattfinden, die sich auch auf den Knochen auswirken. Dieser passt sich durch ständigen Ab- und Aufbau von Knochensubstanz an verschiedene mechanische Belastungen an.
Geronikolakis erklärte weiter: „Bei ungewohnter oder zu starker und schnell steigender Belastung kann diese Anpassungsfähigkeit überfordert werden, was zu einem Ermüdungsbruch oder zumindest zu einer Vorstufe, einer knöchernen Stressreaktion oder einem Knochenödem, führen kann.“
Die genaue Ursache für Demirovics Verletzung kann aus der Ferne nicht seriös beurteilt werden. Bisher galt der Angreifer nicht als verletzungsanfällig. Im Gegenteil: In der vergangenen Saison war er in jedem Pflichtspiel des VfB Stuttgart im Einsatz.
In der Nations League fehlte er lediglich einmal aufgrund einer Gelbsperre. Demirovic wird daher als „Mister Zuverlässig“ bezeichnet. Diese seltenen Verletzungen sind jedoch kein Zufall. „Dass manche Spieler verletzungsanfälliger sind als andere, hängt von vielen Faktoren ab und ist nicht immer nur auf Pech zurückzuführen“, so Geronikolakis.
Der Mediziner betonte: „Die genetische Disposition spielt eine nicht zu vernachlässigende Rolle, aber viele weitere wichtige Faktoren können von Trainern, Betreuern und vor allem vom Spieler selbst positiv beeinflusst werden.“ Dazu gehören Aspekte wie Belastungssteuerung, Ernährung und das richtige Equipment, wie beispielsweise Schuhe und Schienbeinschoner.
Die hohe Belastung durch Bundesliga, Europa League, DFB-Pokal sowie Nationalmannschaft, der viele VfB-Profis ausgesetzt sind, kann sich negativ auf den Körper eines Profifußballers auswirken. Diese Gefahr wird von VfB-Trainer Sebastian Hoeneß ernst genommen. Nicht umsonst legt er großen Wert auf die Belastungssteuerung und betont die Notwendigkeit, auf die Spieler zu achten. Seine Konsequenz: Er hat zuletzt häufig rotiert.
In Bezug auf die Mehrfachbelastung betonte Geronikolakis, dass es über die „hohen sportlichen Anforderungen“ hinausgeht. Man sollte nicht die oft langen und anstrengenden Reisen vergessen, die ebenfalls zur Gesamtbelastung der Spieler beitragen. Aufgrund des dichten Spielkalenders fehlt vielen Spielern auf jeden Fall eine angemessene körperliche und mentale Erholung, was eine umfassende Betreuung und eine optimale Belastungssteuerung erfordert.
Demirovic hat es bisher geschafft, die Balance zwischen hoher Belastung und Erholung zu halten, was angesichts seiner geringen Verletzungsanfälligkeit bemerkenswert ist. Diese Fraktur stellt erst die zweite Verletzung seiner Profikarriere dar. Daher stehen die Chancen gut, dass der Stürmer schon bald wieder auf Torejagd gehen kann.