FC Bayern: Dominanter Start und Herausforderungen in der Bundesliga
Der FC Bayern München hat sich nach nur vier Spieltagen in der Bundesliga deutlich von der Konkurrenz abgesetzt. Mit zwölf Punkten und einem Torverhältnis von 18:3 verzeichnet der Verein den besten Saisonstart in der Geschichte der Bundesliga. Sollte das Team von Verletzungen verschont bleiben und die Herausforderung durch die Dreifachbelastung aus Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League vernünftig meistern, scheint die Titelverteidigung wahrscheinlich.
In Anbetracht dieser Dominanz haben einige Konkurrenten möglicherweise bereits resigniert. So rückte RB Leipzig am Samstagabend nach drei Siegen in Folge zwischenzeitlich auf den zweiten Platz der Tabelle vor. Als Trainer Ole Werner von ZDF auf die Rolle als Bayern-Jäger angesprochen wurde, lächelte er und verwies auf die 0:6-Niederlage seines Teams am ersten Spieltag in München.
Ein weiterer Herausforderer, Bayer Leverkusen, scheint sich ebenfalls aus dem Titelrennen zurückzuziehen. Nach zwei Jahren, in denen sie dem FC Bayern stark zusetzten, befindet sich das Team in einem umfassenden Umbruch. Trainer Erik ten Hag wurde nach nur zwei Spieltagen entlassen, und Leverkusen hat bisher nur einen Sieg erzielt. Am Sonntag gab das Team eine 1:0-Führung gegen Borussia Mönchengladbach aus der Hand und spielte nur 1:1.
Für Eintracht Frankfurt läuft es ebenfalls nicht besser. Nach zwei Niederlagen in Folge, darunter ein 1:3 gegen Leverkusen und ein 3:4 gegen Union Berlin, äußerte sich Trainer Dino Toppmöller bereits letzte Woche skeptisch zur Rolle der Bayern-Jäger.
Die Hoffnung auf ein Überraschungsteam an der Tabellenspitze bleibt vage, jedoch ist Borussia Dortmund, der Dauerrivale von Bayern, weiterhin im Rennen. Der BVB gewann mit 1:0 gegen den VfL Wolfsburg und hat lediglich zwei Punkte Rückstand auf die Münchner. Viele Stars des FC Bayern hatten vor der Saison Dortmund als ihren stärksten Titelkonkurrenten eingeschätzt.
Trainer Niko Kovac möchte sich jedoch noch nicht auf die Rolle des Bayern-Jägers festlegen. Als sein Stürmer Maxi Beier letzte Woche äußerte, dass die Mannschaft um die Meisterschaft spielen wolle, betonte Kovac, dass diese Aussage verfrüht sei. Dortmund hatte sich in der vergangenen Saison nur knapp für die Champions League qualifiziert, und eine Titel-Debatte sei derzeit noch nicht angebracht.
Nach nur vier Spielen entsteht der Eindruck, dass der FC Bayern in der Bundesliga unangefochten durchmarschieren könnte. St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich äußerte im Sport1-Doppelpass, dass er glaube, der FC Bayern werde in dieser Saison nicht mehr als vier Spiele verlieren.
Doch es gibt einen entscheidenden Nachteil für die Münchner: Bereits unter dem früheren Trainer Pep Guardiola wurde festgestellt, dass eine zu geringe Herausforderung in der Bundesliga dazu führen kann, dass die Mannschaft im Frühjahr die Anspannung und den Fokus auf die Champions League verliert.
Zwischen 2014 und 2016 scheiterte Guardiola mit dem FC Bayern dreimal in Folge im Halbfinale der Champions League. Eine häufig genannte Ursache war, dass die Meisterschaften oft bereits im März oder April feststanden, was es der Mannschaft erschwerte, ihr Top-Niveau für die Champions League aufrechtzuerhalten. Die entscheidenden Spiele in der Königsklasse stehen jedoch erst im März an.
So sehr sich viele Bayern-Fans auch auf den vermeintlich nicht vorhandenen Meisterschaftskampf freuen, besteht die Gefahr, dass das Team in der europäischen Konkurrenz schneller abrutscht als geplant.