FC Bayern: Mögliche Sperrung der Südkurve droht nach Pyro-Eskalenzen

FC Bayern: Mögliche Sperrung der Südkurve droht nach Pyro-Eskalenzen

Der FC Bayern München erlebt eine sportlich herausragende Saison, doch ausgerechnet die eigenen Fans bereiten Probleme. Eine mögliche Sperrung der gesamten Südkurve steht im Raum.

Am 21. Januar tritt der FC Bayern in der Champions League gegen Union Saint-Gilloise an. Das Heimspiel in der Allianz Arena wird jedoch von einem stark reduzierten Publikum geprägt sein. Nach einer ausufernden Pyro-Show aus der Südkurve im Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon werden mindestens Teile der organisierten Fanszene des FCB nicht anwesend sein.

Die UEFA hat aufgrund des schweren Pyro-Einsatzes eine Sperrung der Blöcke 111 bis 114 angeordnet. Das Problem dabei ist, dass durch die freie Blockwahl in der Südkurve, die die Blöcke 109 bis 117 umfasst, eine gezielte Sperrung äußerst schwierig ist. Bayern-Vorstand Jan-Christian Dreesen kündigte deshalb an, möglicherweise die gesamte Südkurve zu sperren.

„Wir werden die Blöcke 111 bis 114 sperren müssen. Aber wir überlegen ernsthaft, ob wir die komplette Südkurve sperren“, erklärte Dreesen am Sonntag bei einem Treffen mit dem Fanclub „De roud-weissen Neifinger“ in Neufahrn.

Dreesen erläuterte die Problematik: „Wenn ich jetzt die Blöcke 111 bis 114 sperre, verteilt sich das und trifft teilweise die Falschen. Wir könnten auch sagen, wir sperren es komplett. Dann trifft es aber noch mehr Leute, die gar nicht beteiligt waren.“ Für Ticketinhaber außerhalb der Blöcke 111 bis 114 wäre in diesem Fall eine Rückerstattung möglich.

Er äußerte zudem seinen Unmut über die Ausschreitungen der eigenen Fans: „Wir haben in den letzten 14 Jahren viel erreicht, die freie Blockwahl eingeführt und die Zäune zwischen den Blöcken entfernt. Deshalb bin ich auch etwas verärgert. Wenn ich von 109 bis 117 freie Blockwahl habe und nun 111 bis 114 sperren soll, wie soll das funktionieren?“

Dreesen fügte hinzu, dass den Ultras bereits die Möglichkeit gegeben wurde, die Teilsperrung selbst zu organisieren. An den Erfolg dieses Versuchs glaubt er jedoch nicht: „Wir wollen nicht zulassen, dass die, die es treffen soll, sich anderswo Karten organisieren.“

Die Pyro-Eskalationen während des Spiels gegen Lissabon verurteilte Dreesen erneut scharf: „Ich habe mich wirklich geärgert. Das war überflüssig. Zumal wir auf Bewährung sind wegen der Vorfälle im Champions-League-Spiel gegen Leverkusen in der letzten Saison. Ich appelliere an diejenigen, die regelmäßig Pyro machen, dass sie sich bewusst werden, dass sie dem Verein damit schaden.“

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