FC Bayern: Vorstand ohne Stellvertreter bis 2026
Der FC Bayern München wird vorerst keinen Stellvertreter für den Vorstandsvorsitzenden benötigen, da alle Angelegenheiten über den Schreibtisch von Jan-Christian Dreesen laufen werden.
Obwohl das Jahr 2026 noch in weiter Ferne scheint, wird Rouven Kasper in nur zweieinhalb Monaten seine Rolle als Vorstand für Marketing und Vertrieb beim FC Bayern antreten. Dies bedeutet, dass bis dahin nur eine reguläre Aufsichtsratssitzung mit dem aktuellen Vorstand, bestehend aus CEO Jan-Christian Dreesen und Sportvorstand Max Eberl, stattfinden wird. Danach wird der Vorstand des FC Bayern wieder aus drei Mitgliedern bestehen, jedoch bleibt die Struktur unverändert: Es wird weiterhin nur einen Chef geben, da Dreesen vorerst alleine agieren wird.
In der vergangenen Woche gab es Spekulationen über eine mögliche Ernennung von Eberl zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Vereinsintern wurde darüber diskutiert, doch letztendlich einigte man sich darauf, dass der CEO im Alltag keinen Stellvertreter benötigt. Laut den Statuten der im Jahr 2001 gegründeten Aktiengesellschaft ist ein stellvertretender Vorstandsvorsitzender nicht zwingend erforderlich. Diese Position wurde in den letzten Jahren oft besetzt, da sie aus persönlichen Gründen notwendig war.
Ein Beispiel ist Karl Hopfner, der seit 2002 im Vorstand war und erst 2009 zum Stellvertreter ernannt wurde. Auch Dreesen musste nach seiner Berufung in den Vorstand im Jahr 2013 ein Jahr warten, bevor er 2014 zur „Mini-Beförderung“ kam. Michael Diederich, der am 30. September ausschied, hatte einen direkten Zugang zu dieser Position, was vor allem auf die schwierigen Umstände seines Amtsantritts mit dem neuen CEO Dreesen zurückzuführen war. Nun möchte man sich Zeit lassen, um die Position zu besetzen.
Die beiden bestehenden Vorstände können sich nun auf ihre jeweiligen Bereiche konzentrieren, ohne dass sofort neue Briefköpfe erstellt werden müssen. Dies ermöglicht dem geschätzten Kasper eine zügige Einarbeitung, während Eberl ohnehin viel zu tun hat. Obwohl die öffentliche Kritik nach einem starken Saisonstart nachgelassen hat, ist Dreesens Schreibtisch voll. Die Planung für die Saison 2026/27 soll nicht wieder auf den letzten Drücker erfolgen, was die Aufsichtsräte Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge mehrfach betont haben. Die vorrangige Aufgabe ist derzeit die zügige Vertragsverlängerung mit Dayot Upamecano. Seit Monaten wird an einer Lösung gearbeitet, und die Gespräche laufen. Ein Scheitern und ein ablösefreier Abgang im Sommer wären ein erheblicher Rückschlag für Eberl.
Für Dreesen bedeutet dies allerdings auch, dass er viel Verantwortung trägt. Jede Kündigung und jede zeitlich drängende Angelegenheit muss über seinen Schreibtisch laufen. Die Direktionen müssen sich insbesondere auf Wartezeiten einstellen, wenn der CEO auf Reisen ist. Seit Anfang Oktober ist es nicht mehr möglich, dass ein „Vize“ diese Aufgaben übernimmt, und auch im Jahr 2026 wird sich daran nichts ändern.