Felix Magath warnt vor den Folgen der Transferstrategie des VfB Stuttgart

Felix Magath warnt vor den Folgen der Transferstrategie des VfB Stuttgart

Felix Magath, der ehemalige Trainer und Manager der Bundesliga, äußert sich besorgt über die aktuelle Transferpolitik des VfB Stuttgart und sieht alarmierende Parallelen zu seiner eigenen Zeit beim Verein.

In Stuttgart warnte Magath eindringlich vor den möglichen Konsequenzen der aktuellen Transfersituation, insbesondere im Hinblick auf den Verkauf von Nick Woltemade an Newcastle United ohne adäquaten Ersatz. Er befürchtet, dass dies langfristig dazu führen könnte, dass der erfolgreiche Trainer Sebastian Hoeneß vergrault wird.

VfB-Trainer Hoeneß hatte bereits öffentlich sein Unverständnis über den Transfer geäußert und die Vereinsführung indirekt kritisiert. „Ich habe immer gesagt, dass ich den Verkauf von Nick aufgrund der wirtschaftlichen Dimensionen nachvollziehen konnte. Aber ich bin kein Bankdirektor, sondern Trainer“, erklärte der 43-Jährige gegenüber der Bild.

Der Trainer betonte, dass für ihn die sportliche Qualität des Kaders an erster Stelle stehe. Durch den Abgang von Woltemade sei „viel Qualität“ verloren gegangen, insbesondere weil sein Stürmer-Profil einzigartig sei. Alle Beteiligten hätten die Notwendigkeit erkannt, Ersatz für Woltemade zu verpflichten, doch der Transfer sei „zu diesem späten Zeitpunkt aus den bekannten Gründen leider nicht realisiert worden“. Damit spielte Hoeneß auf den gescheiterten Transfer von Hyeon-gyu Ho an, der aufgrund eines misslungenen Medizinchecks scheiterte.

Magath kann Hoeneß' Frustration gut nachvollziehen und bestätigt dessen Einschätzung: „Ich kann ihn beruhigen. Das war 2003/2004 auch nie anders beim VfB.“ Seine Erfahrungen aus dieser Zeit zeigen, dass „beim VfB gerne in Steine, aber nicht in Beine investiert wird.“

Diese Herangehensweise sei ein wesentlicher Grund für seinen Abschied vom VfB gewesen. Magath erklärte: „Es war auch ein Grund, warum ich den VfB Stuttgart verlassen habe, da ich nie erkennen konnte, dass der Verein wirklich alles für seine sportliche Weiterentwicklung getan hat.“ Die gegenwärtige Situation sieht er als Bestätigung alter Verhaltensmuster.

„Das deutet erneut darauf hin, dass man lieber das Geld nimmt, als den Spieler weiterzuentwickeln.“ Unter solchen Umständen sei es für Trainer naturgemäß „schwierig“, wenn der Verein nicht bereit sei, in die Mannschaft zu investieren. Magath warnt vor den langfristigen Konsequenzen für den Verein und fragt sich, ob der VfB seinen Trainer vergraulen könnte.

„Ich gehe davon aus. Er ist ein junger Trainer, der noch Zeit hat. Aber ich denke, dass er ambitioniert ist und nicht nur um die Qualifikation für die Champions League spielen will. Er könnte auch versuchen, in höheren Sphären zu agieren. Wenn ein Verein nicht bereit ist, in die Mannschaft zu investieren, wird es für den Trainer schwierig“, so Magath.

Nach dem Abgang von Woltemade blieb der VfB jedoch nicht untätig. Die Schwaben verpflichteten die Spieler Badredine Bouanani und Bilal El Khannouss. Insbesondere letzterer könnte sich als Unterschiedsspieler erweisen, ähnlich wie Woltemade in der vergangenen Saison für den VfB. Magath war von 2001 bis 2004 in Stuttgart tätig, bevor er zum FC Bayern München wechselte.

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