Felix Magath warnt vor Transferpolitik des VfB Stuttgart
Felix Magath, ehemaliger Trainer und Manager in der Bundesliga, äußert sich besorgt über die aktuelle Transferstrategie des VfB Stuttgart, die ihn an seine eigene Zeit beim Verein erinnert.
Der 72-Jährige warnt, dass diese Strategie dazu führen könnte, dass der erfolgreiche Trainer Sebastian Hoeneß langfristig an den Verein verliert. Magaths Kritik richtet sich insbesondere gegen den Verkauf von Nick Woltemade an Newcastle United, ohne einen adäquaten Ersatz zu verpflichten.
Hoeneß hat bereits öffentlich sein Unverständnis über die Entscheidung geäußert und die Vereinsführung indirekt kritisiert. "Ich habe immer gesagt, dass ich den Verkauf von Nick aufgrund der wirtschaftlichen Dimensionen nachvollziehen konnte. Aber ich bin kein Bankdirektor, sondern Trainer", erklärte der 43-Jährige gegenüber der Bild.
Für Hoeneß steht die sportliche Qualität des Kaders an erster Stelle. Der Abgang von Woltemade habe „viel Qualität“ gekostet, da sein Spielertyp besonders sei. Alle Beteiligten hätten die Notwendigkeit erkannt, Ersatz für Woltemade zu verpflichten, jedoch konnte dieser Transfer „aus den bekannten Gründen“ nicht rechtzeitig realisiert werden.
Mit dieser Aussage spielt Hoeneß auf den gescheiterten Transfer von Hyeon-gyu Ho an, der aufgrund eines negativen Medizinchecks nicht zustande kam. Magath zeigt Verständnis für Hoeneß' Frustration und bestätigt dessen Einschätzung: „Da kann ich ihn beruhigen. Das war 2003/2004 auch nie anders beim VfB.“ Seine eigene Erfahrung aus dieser Zeit beschreibt er so: „Beim VfB wird gerne in Steine, nicht in Beine investiert."
Diese Herangehensweise war ein entscheidender Grund für seinen Abschied, so Magath: „Es war auch ein Grund, warum ich den VfB Stuttgart verlassen habe, weil ich nie erkennen konnte, dass der Verein wirklich alles getan hat, um sich sportlich weiterzuentwickeln.“ Die aktuelle Situation sieht er als Bestätigung alter Verhaltensmuster.
„Das deutet darauf hin, dass man lieber das Geld nimmt, als den Spieler weiterzuentwickeln.“ Für Trainer sei es unter solchen Umständen „schwierig“, wenn der Verein nicht bereit sei, in die Mannschaft zu investieren. Magath warnt vor den langfristigen Konsequenzen für den Verein und fragt sich, ob die Stuttgarter ihren Trainer vergraulen werden.
„Ich gehe davon aus. Er ist ein junger Trainer, der noch Zeit hat. Aber ich denke, dass er ambitioniert ist und nicht nur um die Qualifikation für die Champions League spielen will. Möglicherweise möchte er auch höhere Ziele anstreben. Wenn ein Verein nicht bereit ist, in die Mannschaft zu investieren, wird es für den Trainer schwierig.“
Nach dem Abgang von Woltemade blieb der VfB jedoch nicht untätig. Die Schwaben verpflichteten Badredine Bouanani und Bilal El Khannouss. Insbesondere letzterer könnte der Unterschiedsspieler werden, den Woltemade in der vergangenen Saison für den VfB darstellte. Magath war von 2001 bis 2004 in Stuttgart tätig, bevor er zum FC Bayern München wechselte.